Health & Safety

Genau hinsehen. Gefahren erkennen. Gewissenhaft handeln. Dies haben wir uns vorgenommen, um bei der Arbeitssicherheit noch besser zu werden. Denn wir wissen: Unfälle sind vermeidbar und ein aufmerksamer Blick ist die beste Prävention. Gemeinsam können wir unsere Arbeit noch sicherer machen. Mehr noch: Wir können Leben retten.

Vormontierte Absturzsicherung

Diese vormontierte Geländerlösung sorgt für mehr Sicherheit bei der Installation von Zwischendecken.

Die Arbeit auf Baustellen ist mit Risiken verbunden. Diese Risiken sind es, die Arbeitssicherheit zur höchsten Priorität machen – und zur Führungsaufgabe, vom Mitglied der Geschäftsleitung bis hin zum Polier direkt auf der Baustelle. Ziel von Implenia ist es, Situationen zu vermeiden, welche die Unversehrtheit und Gesundheit von Menschen gefährden. Deshalb streben wir danach, eine möglichst sichere Arbeitsumgebung zu schaffen, so wie es der «Code of Conduct» vorsieht und unsere entsprechenden Vorschriften klar zu definieren. Zusammen mit regelmässigen und aufmerksamen Sicherheitsbegehungen von Baustellen, intensiven Schulungen sowie einer offenen Kommunikation ist dies die Basis für unsere dezidierte Sicherheitskultur, die Führungskräfte genauso einbindet wie Mitarbeitende. Ebenfalls wichtig: das regelmässige Reporting, das den Verantwortlichen in den jeweiligen operativen Einheiten einen Überblick über den aktuellen Unfallstatus gibt und Prognosen ermöglicht. So erkennen wir Fehlentwicklungen schnell und können Gegenmassnahmen einleiten.

Unser konsequenter Fokus auf Sicherheit hat in diesem Jahr dazu geführt, dass wir die Unfall- und Ausfallzahlen stabil bei 60 Unfällen pro 1’000 Vollzeitstellen (2018: 60 Unfälle pro 1’000 Vollzeitstellen) halten konnten. Die geschehenen Unfälle machen uns dennoch bewusst: Wir müssen unsere Bestrebungen aufrechterhalten, Implenia noch sicherer zu machen und die Unfall- und Ausfallraten kontinuierlich weiter zu verringern. Denn jeder Unfall oder Ausfall ist einer zu viel.

Kann man Sicherheit lernen? Ja, unbedingt – meinen wir von Implenia. 2019 wurden deshalb diverse Programme und Aktionen durchgeführt, dies überwiegend direkt auf lokaler Ebene und in den operativen Einheiten. Ebenso haben wir Initiativen ergriffen, die eines zum Ziel haben: das Sicherheitsbewusstsein und die Sicherheitskultur noch stärker in der Gruppe zu verankern. Das beginnt bereits bei der Einführungswoche der neuen Auszubildenden in der Schweiz: Hier gehört Arbeitssicherheit fest zum Programm. Ebenso fanden im Berichtsjahr regelmässige Health & Safety-Besprechungen und -Workshops statt, die Teil unserer internen H & S-Prozesse sind. Auch auf Managementebene haben wir im Rahmen von Führungskräfte-Workshops alles darangesetzt, noch mehr Bewusstsein für das Thema Arbeitssicherheit und unsere gruppenweite Sicherheitskultur zu schaffen.

Auf internationaler Ebene wurde die Zusammenarbeit in Sachen Arbeitssicherheit ausgebaut. Indem wir uns über operative Einheiten und Länder hinweg austauschen, lernen wir voneinander. Themen sind dabei etwa wöchentlich aktualisierte Fallzahlen und Best Practices sowie das Identifizieren von neuen Handlungsfeldern und Verbesserungspotenzialen.

2020 werden bereits eingeführte Aktionen und laufende Programme weiter intensiviert und verbessert. Ebenso soll unser Leitsatz «Arbeitssicherheit ist Führungsaufgabe!» noch stärker im Sicherheitsbewusstsein aller Hierarchiestufen verankert werden.

Wir sind davon überzeugt: Jeder Unfall lässt sich verhindern. Der Schlüssel dazu: Prävention. Unser Ziel ist und bleibt es, bei der Unfallvorsorge noch konsequenter zu werden und unsere Sicherheitskultur auch im direkten Dialog noch weiter in den Vordergrund unseres Handelns zu rücken. Interne Sicherheitsbeauftragte nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Sie unterstützen die Linienverantwortlichen direkt vor Ort auf den Baustellen dabei, Sicherheitsprozesse zu implementieren, sie zu überwachen und die Mitarbeitenden dafür zu sensibilisieren. Zugleich finden bei jedem Implenia Projekt die monatlichen Sicherheitsschulungen «15 Minuten Sicherheit» statt, bei denen Risikothemen besprochen und gemeinsam Ursachenanalyse betrieben wird. Das Bewusstsein für Gefahren wird dadurch geschärft und Unfälle können so vermieden werden. Ebenso wichtig ist uns aber auch, Unfälle zentral zu erheben und auszuwerten, um auf dieser Basis den Optimierungsbedarf zu ermitteln und entsprechende Massnahmen zu initiieren. Ganz konkret umfassen unsere klar definierten Präventionsziele und Aktivitäten Sicherheitsbegehungen durch die Führungskräfte sowie Gespräche zwischen Vorgesetzten, Verunfallten und Personalverantwortlichen. Selbstverständlich gehört dazu auch eine gründliche Ursachenanalyse nebst umfassender Dokumentation eines jeden Schadens- oder Unfallereignisses.

Roter Teppich ausgerollt

Als Leitsystem für sichere Wege über die Baustelle dienen beim Projekt «Pont-Rouge»
in Lancy rote Teppichbahnen.

Schlussendlich nutzen wir auch die Ideen und Vorschläge unserer Mitarbeitenden, um Unfälle ganz konkret und pragmatisch zu vermeiden: Zum Beispiel durch den «roten Teppich», der auf unserer Grossbaustelle «Pont-Rouge» in Lancy als Leitsystem für sichere Wege fungiert. Oder die einfache, weil vormontierte Geländerlösung, die beim Bau eines Verwaltungsgebäudes für die Vereinten Nationen in Genf für mehr Sicherheit bei der Installation der Zwischendecken sorgt. Gefahrenpotenzial für Stürze bieten auch Schächte: Beim Projekt «Espace Tourbillon» in Genf setzen wir deshalb sogenannte «Aestuver®-Platten» ein, die während des Baus – und falls gewünscht auch danach – den Schacht komplett verschliessen. Notwendige Durchlässe, zum Beispiel für Rohrleitungen, können einfach und auf den jeweiligen Zweck angepasst eingefügt werden. Ein weiteres Beispiel sind Vollvisiermasken mit integriertem Gebläse, wie sie beispielsweise beim Auftragen von Spritzbeton bei Implenia Instandsetzungen zum Einsatz kommen – so bleiben Haut und Augen unserer Mitarbeitenden geschützt.

Während wir die Anzahl der Berufsunfälle im Berichtsjahr stabil halten konnten, waren die Nicht-Berufsunfälle sogar leicht rückläufig (–3,2%). Mehrheitlich ereigneten sich die Unfälle beim Ballsport, im Strassenverkehr während der Freizeit oder den Ferien sowie durch Fehltritte oder Stürze in Haus und Garten. Bei der Abwesenheitsrate hat sich das Verhältnis von Berufsunfällen zu Nicht-Berufsunfällen gegenüber 2018 kaum verändert. Knapp 68% der Absenzen waren aufgrund von Krankheit, 18% durch Berufsunfälle und 14% durch Nicht-Berufsunfälle. In Summe gingen 471 Mitarbeitende 2019 aufgrund von Krankheit oder Unfall länger als 30 Tage nicht ihrer Arbeit nach.

Unsere Mitarbeitenden während ihrer Genesung sowie bei ihrer Wiedereingliederung ins Berufsleben zu unterstützen, ist Aufgabe und Ziel unseres internen betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Sukzessive werden betroffene Mitarbeitende über spezielle Reintegrationsprogramme wieder an eine eigenständige, passende Tätigkeit herangeführt; falls nötig ziehen wir externe Experten hinzu. Im Berichtsjahr betreute das BGM-Team in der Schweiz auf diese Weise 168 Personen.

Wir bei Implenia wissen auch: Vorsorge schützt vor Krankheit. Deshalb bieten wir diverse Präventivmassnahmen und -schulungen an, um die Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu erhalten. Schwerpunkt sind Ergonomie und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Herzkreislauferkrankungen. Speziell dazu wurde am Standort Aarau 2019 ein Gesundheitstag mit vielfältigem Programm durchgeführt. Die Mitarbeitenden erfuhren etwa, wie sie ihren Arbeitsplatz ergonomisch richtig einstellen. Eine Yoga-Lehrerin zeigte Übungen für einen entspannten Rücken und die Nutzung eines Defibrillators wurde ebenfalls geübt. Auch in Deutschland haben wir im Berichtsjahr eine Reihe von Gesundheitsaktionen durchgeführt, uns an verschiedenen Laufveranstaltungen und an der Aktion «Mit dem Rad zur Arbeit» beteiligt. Darüber hinaus profitieren unsere Mitarbeitenden in Deutschland vom Firmen-Fitnessprogramm «Qualitrain» und von einem Fahrrad-Leasing-Angebot.

Seit 2015 schreibt Implenia jährlich einen Health & Safety Award aus. Mit diesem Award heben wir die grosse Bedeutung des Themas für unser Unternehmen hervor. Zudem soll der Award unsere Mitarbeitenden sowohl motivieren als auch ihr Verantwortungsbewusstsein stärken. Alle Implenia Mitarbeitenden küren jeweils in einem Voting die Siegerin oder den Sieger aus den Nominierten. Gewonnen hat 2019 das Team CERN von Implenia Civil Engineering France: Ausgezeichnet wurde seine Initiative, die Helme aller Baustellenmitarbeitenden mit einer Vital-ID zu versehen, um bei einem Unfall oder im Notfall sofort alle wichtigen Informationen über die Person zur Verfügung zu haben.

Verteilung Unfallkategorien 2019

in %