Update zur Strategie

Das Fundament für Wachstum ist gelegt

Das Jahr 2019 war für Implenia ein Jahr des Aufbruchs: Das im zweiten Quartal eingeführte Operating Model, verbunden mit der neuen Organisationsstruktur, bewährte sich rasch dank klaren Rollen und Verantwortlichkeiten. Zudem förderte das Operating Model eine schnelle und effektive Implementierung von gruppenweiten strategischen Initiativen. Dazu gehören Massnahmen im Bereich Geschäftsfelder, ein verbesserter Value-Assurance-Ansatz, Procurement Excellence und das ERP-Transformationsprogramm INSPIRE. Die ebenfalls im Rahmen der neuen Strategie definierten fünf Unternehmenswerte (Exzellenz, Agilität, Integrität, Kollaboration und Nachhaltigkeit) werden bereits gelebt und helfen mit, eine Kultur zu schaffen, in der unsere Mitarbeitenden ihre Talente entfalten können. Damit haben wir das Fundament für Wachstum gelegt, und Implenia ist nun bereit, sein Potenzial langfristig und profitabel zu realisieren.

Mit dem neuen Operating Model haben wir uns in vier unterschiedliche unternehmerische Divisionen mit Ergebnis- und Bilanzverantwortung organisiert. Alle vier Divisionen konnten im Jahr 2019 ihre Pläne für organisches und anorganisches Wachstum schärfen, sowohl geographisch als auch entlang der Wertschöpfungskette. Basierend darauf sind die Divisionen nun in einer Position, gewisse Portfolioveränderungen zu planen, die es ihnen erlauben, profitabel zu wachsen und die künftigen Veränderungen in der Bauindustrie mitzuprägen. Insbesondere in der Division Development konnten wir Fortschritte erzielen: Die integrierte Projektentwicklung von Implenia bewirtschaftet eine attraktive Pipeline von Entwicklungsprojekten, die Räume zum Wohnen, Arbeiten und für das Gewerbe schaffen – hauptsächlich in den Metropolitanregionen Zürich und Genf. Durch die Erweiterung der bestehenden Wertschöpfungskette soll Implenia mit der Division zu einem führenden Immobilienunternehmen werden. Ziel ist es, dass Implenia, nebst dem bisherigen «Trader Developer»-Geschäft, mittelfristig kontinuierliche Erträge generieren kann, anstatt die entwickelten und baureif bewilligten Projektentwicklungen nur zu verkaufen. Um dies zu ermöglichen, beabsichtigt Implenia ein neues Anlageinstrument mit attraktiven Projekten aus dem eigenen Entwicklungsportfolio zu schaffen und es für Implenia Aktionäre und Investoren zugänglich zu machen. Dieses Anlageinstrument erhöht die Flexibilität bei der Finanzierung durch Eigen- und Fremdkapital, was wiederum ein stärkeres Wachstum der bestehenden Entwicklungsplattform von Implenia ermöglicht.

Implenia beabsichtigt, das Anlageinstrument als reine Immobiliengesellschaft mit dem Namen Ina Invest AG zu gründen. Damit wird rund die Hälfte des Entwicklungsportfolios, bewertet zum aktuellen Marktpreis, in die neu geschaffene Gesellschaft eingebracht. Für die Muttergesellschaft der Ina Invest AG, die Ina Invest Holding AG, ist ein Börsengang geplant. Die bestehenden Implenia Aktionäre werden in Form von neuen Aktien (Sachdividende) an der Ina Invest Holding AG partizipieren. Implenia wird als bedeutender Minderheitsaktionär an der Ina Invest AG beteiligt bleiben. Die Implenia Aktionäre werden bei der anstehenden Generalversammlung darüber abstimmen. Die andere Hälfte des attraktiven Entwicklungsportfolios verbleibt bei Implenia und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Eine Immobilienmanagement-Einheit von Implenia übernimmt für die Ina Invest AG das Projekt-, Portfolio- und Immobilien-Assetmanagement. Alle Divisionen von Implenia werden ihre Leistungen bei der Entwicklung und Realisiation der Immobilienprojekte zu marktkonformen Konditionen (at arm’s length) anbieten. Die neue Immobiliengesellschaft wird es Implenia erlauben, aus ihrem Entwicklungsportfolio signifikanten Mehrwert zu generieren.

Um das Fundament für profitables Wachstum zu legen, war im Jahr 2019 das «Operational Excellence»-Programm ein wichtiger Schwerpunkt und integraler Bestandteil der Strategie. Innerhalb des umfassenden «Operational Excellence»-Programms setzte Implenia verschiedene Initiativen um:

  • Value Assurance (früher Risk Management) Ein umfassender und verbesserter Ansatz – bestehend aus Standards, Prozessen und Governance – wurde implementiert, um die Projekt-Performance zu verbessern. Durch eine entsprechende Organisation wird die Ausführung unterstützt und überwacht. Implenia kategorisierte dabei Projekte nach ihrem Risikoprofil in vier Klassen. Die Entscheidungen werden je nach Projektklasse in stufengerechten Gremien getroffen. Der Value-Assurance-Ansatz wird seit Sommer 2019 auf komplexe Projekte angewendet. Seit Dezember wird Value Assurance auf alle Projekte, also auch auf weniger komplexe, konsequent angewendet. Begleitet wird die operative Phase durch Review-Meilensteine, und es ist geplant, Analytics-basierte Unterstützungstools einzuführen. Value Assurance ist gruppenweit organisiert und spezifische Kapazitäten wurden in jeder Division aufgebaut.
  • Procurement Excellence Diese Initiative fördert engere Partnerschaften mit Lieferanten und Subunternehmern und generiert kurz- und langfristige Einsparungen im Einkauf. In zahlreichen Supplier-Summits und Eins-zu-Eins-Verhandlungen mit Schlüssellieferanten startete Implenia den Dialog im Jahr 2019, identifizierte Einsparungsmöglichkeiten und definierte rasch wirksame Massnahmen. Die Aktivitäten laufen weiter und werden sukzessive in eine mittel- und langfristig ausgerichtete Einkaufsstrategie für die Top-Kategorien einfliessen, um das volle Potenzial zu nutzen.
  • Lean Construction Lean-Methoden und -Tools werden in der Bauindustrie immer häufiger angewendet. Damit können Bauzeit und Kosten reduziert sowie die Qualität verbessert werden. Implenia hat Lean Construction deshalb standardisiert und in einer Toolbox zusammengefasst. Diese wurde im Jahr 2019 gestartet und wird in einer wachsenden Anzahl Projekten in allen Divisionen eingesetzt. Eine interne Lean Academy stellt die Befähigung der Mitarbeitenden in den Projekten langfristig sicher. Mit dem weiteren konsequenten Rollout wird Lean Construction zum Standard, nach dem Implenia in Projekten arbeitet.
  • Digitalisierung INSPIRE, das Transformationsprogramm zur Harmonisierung der Prozesse und der ERP-Systeme für Kern- und Supportprozesse, ist nun in der Umsetzungsphase und direkt abgestimmt mit der weiteren Entwicklung von BIM (Building Information Modelling) innerhalb von Implenia. Weitere BIM-Projekte wurden 2019 als Teil der gruppenweiten BIM-Strategie ausgerollt. Durch modellbasierte Kernprozesse und kompetente Mitarbeitende ist BIM zum klaren Wettbewerbsvorteil für Implenia geworden.

Im September startete der «Innovation Hub», das Implenia interne Innovationsmanagement. Alle Mitarbeitenden sind seither aufgefordert, ihre Ideen über eine digitale Plattform einzugeben. Danach durchlaufen die Ideen einen dreistufigen Prozess, im Erfolgsfall bis hin zur Implementierung. Innerhalb der verschiedenen Phasen wird den Mitarbeitenden Arbeitszeit, Unterstützung und Coaching sowie auch ein finanzielles Budget zur Verfügung gestellt. Der Schwerpunkt liegt auf den folgenden fünf Bereichen: Dienstleistungen, Produkte, Produktionsmethoden, nachhaltige Lösungen, Prozessoptimierung. Bis Ende 2019 wurden rund 40 Ideen eingereicht. Einige davon haben bereits die ersten Hürden genommen und werden nun weiter ausgearbeitet. Seit ein paar Monaten haben wir zudem ein Programm gestartet, das zum Ziel hat, geeignete Prozesse zu industrialisieren. Dadurch können wir Chancen nutzen, die neue Technologien bringen und die Produktivität erhöhen.

Talente und Organisation – Organisation und Führungsteam etabliert und produktiv

Die neue Organisationsstruktur konnte rasch und effektiv umgesetzt werden. Mittlerweile ist sie gut verankert – die Mitarbeitenden verstehen und leben ihre Rollen. Die neue Struktur basiert auf vier Divisionen (Development, Buildings, Civil Engineering, Specialties), globalen Funktionen (Finance/Procurement, HR, Legal, Strategy, Group IT, Marketing/Communications), dem Kompetenzzentrum «Project Excellence & Services» und den Länderorganisationen. Sie vereinfacht die organisationsübergreifende Zusammenarbeit bei komplexen Projekten, fördert das Unternehmertum in den Divisionen und hilft – dank den Länderorganisationen, geführt durch Country Presidents, lokale Beziehungen mit Kunden und weiteren Anspruchsgruppen zu stärken. Zusätzlich wurde dadurch auch die internationale Zusammenarbeit verbessert.

Im Führungsteam gab es folgende personelle Änderungen: Zum 1. Mai 2019 starteten Christelle Beneteau als Chief Human Resources Officer sowie Marco Dirren als Chief Financial Officer. Mit Anita Eckardt übernahm am 1. September 2019 eine in der Bauindustrie sehr erfahrene und ausgewiesene Führungspersönlichkeit die Division Specialties. Damit war auch die Geschäftsleitung, das Implenia Executive Committee, komplett. Per 1. Januar 2020 gab es einen Führungswechsel: Christian Späth folgte auf René Kotacka als Leiter der Division Civil Engineering. Christian Späth ist ein versierter Bauingenieur mit langjähriger Erfahrung in allen Bereichen des Tiefbaus und hat seine Karriere innerhalb von Implenia über verschiedene Führungspositionen aufgebaut. Im Berichtsjahr konnten innerhalb der Gruppe weitere Schlüsselpositionen erfolgreich besetzt werden.