
Wegweisende Standards
Planen & Entwickeln
Implenia setzt auf höchste Nachhaltigkeitsstandards im Hoch- und Tiefbau. Mit Zertifizierungen wie SNBS, DGNB, LEED, BREEAM und Minergie gestalten wir Projekte verantwortungsvoll und zukunftsfähig. Unsere Expertise fliesst nicht nur in die Umsetzung, sondern auch in die Weiterentwicklung dieser Standards – für eine nachhaltige Bau- und Immobilienbranche.
Inhalt
NACHHALTIGKEITSSTANDARDS
Im Hochbau gibt es eine breite Palette von Nachhaltigkeitsstandards. Labels wie SNBS, LEED, DGNB, BREEAM oder Minergie stellen unterschiedliche Anforderungen und setzen jeweils eigene Schwerpunkte. 2025 befanden sich bei Implenia Buildings in der Schweiz und in Deutschland rund 55 Projekte mit Nachhaltigkeitszertifikat in der Umsetzung. Dies sind etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Seit 2020 erhielten jedes Jahr im Durchschnitt 20 Projekte ein Zertifikat. Die Division Buildings erwirtschaftete 2025 wie in den Jahren zuvor nahezu die Hälfte ihres Umsatzes mit zertifizierten Hochbauprojekten.
Neben der praktischen Umsetzung bringt Implenia seine Erfahrung aktiv auch in die Weiterentwicklung und Harmonisierung der Standards ein. Das Unternehmen ist Gründungs- und Trägermitglied im Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) und war damit massgeblich an der Entwicklung des «Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz» beteiligt (SNBS).
Implenia hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2025 Projekte nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards zu entwickeln und zu bauen. In Übereinstimmung mit diesem Ziel beschloss die Unternehmenseinheit Real Estate Devlopment, sämtliche Entwicklungsprojekte in der Schweiz unabhängig von der Bauherrschaft nach dem Standard SNBS zu planen.
In Deutschland orientiert sich Real Estate Devlopment am Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). 2024 wurden die ersten Hochbau-Baustellen in Deutschland mit dem DGNB-Zertifikat «Nachhaltige Baustelle» ausgezeichnet (mehr dazu).
Auch im Tiefbau fliessen Nachhaltigkeitsstandards systematisch ein. In der Schweiz berücksichtigt Implenia in seinen Infrastruktur-Offerten Nachhaltigkeitskriterien nach SNBS – und treibt gleichzeitig deren Weiterentwicklung aktiv voran. In Deutschland entwickelte die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Zusammenarbeit mit Implenia ein Zertifikat für nachhaltige Baustellen im Spezialtiefbau.
In Norwegen und Schweden sammelt Implenia erste Erfahrungen mit dem BREEAM Infrastructure Label (früher CEEQUAL). Aktuell strebt Implenia bei zwei Tunnelprojekten für den Ausbau der U-Bahn in Stockholm die Auszeichnung «Very Good» an. Zuvor hatten bereits die beiden Projekte «Hagalund» und «Londonviadukten» in Schweden sowie das Projekt «Fornebubanen» in Norwegen die Bewertung «Excellent» erreicht.
Nachhaltigkeitszertifikate im Hochbau
in Anzahl Projekte in Realisierung
BERATUNG BEIM NACHHALTIGEN BAUEN
Implenia berücksichtigt schon in den frühen Phasen der Projektentwicklung zentrale Nachhaltigkeitsaspekte und stimmt diese mit der Bauherrschaft ab.
Bei grossen Infrastrukturprojekten setzen staatliche Auftraggeber häufig hohe Anforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit. Dank seiner Erfahrung ist Implenia in der Lage, diese Vorgaben nicht nur zu erfüllen, sondern oft zu übertreffen. Damit behauptet sich das Unternehmen im Wettbewerb und baut seinen Marktvorsprung aus.
Wenn Implenia im Mandatsverhältnis baut – etwa als Gesamtleister, General- oder Totalunternehmer – kann das Unternehmen die Anforderungen und die Nachhaltigkeit eines Projekts nicht immer direkt beeinflussen. Gleichwohl suchen unsere Fachleute stets nach Möglichkeiten, Nachhaltigkeitskonzepte einzubringen und die bestehenden Vorgaben zu übertreffen.
Zunächst evaluiert Implenia die Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele der Bauherrschaft. Darauf aufbauend entwickeln unsere Spezialistinnen und Spezialisten ein projektspezifisches Nachhaltigkeitskonzept. Auf diese Weise gelingt es Implenia häufig, Nachhaltigkeitsaspekte einzubringen, selbst wenn diese von der Bauherrschaft ursprünglich nicht vorgesehen waren. Erfolgreich gelang dies beispielsweise bei einem Projekt einer internationalen Organisation in Genf. Diese aktive Herangehensweise will Implenia im Rahmen der neuen Nachhaltigkeitsziele 2030 gruppenweit systematisch ausbauen.
Unter der Marke Encira bietet Implenia seit 2024 Dienstleistungen in den Bereichen Bauphysik, Akustik, Nachhaltigkeit und Energie an. Mit interdisziplinären Ansätzen und passenden Analysewerkzeugen prüft Encira Neu- und Umbauprojekte und entwickelt ganzheitliche Lösungen.
Die Expertinnen und Experten von Encira analysieren beispielsweise die graue Energie von Bauwerken und berechnen deren Treibhausgasemissionen. Mit Nachhaltigkeitszertifizierungen, Kreislaufwirtschaftskonzepten, Lebenszyklusanalysen und Klimarisikobewertungen begleitet Encira Bauvorhaben über alle Phasen hinweg und unterstützt die Verantwortlichen dabei, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Zudem erarbeitet Encira Konzepte für energetische Sanierungen und zur Betriebsoptimierung. Diese beinhalten auch vertiefte Betrachtungen zur Bauphysik und Akustik (mehr dazu).

EIGENENTWICKLUNG VON PROJEKTEN
Dekarbonisierungsstrategie von Implenia Real Estate Development in der Schweiz
Implenia Real Estate Development analysierte 2022 das gesamte Portfolio seiner über 40 Entwicklungsprojekte in der Schweiz und berechnete deren CO2-Fussabdruck. Die Untersuchung erfolgte auf der Grundlage des SIA-Effizienzpfads Energie (Merkblatt 2040). Mit einer Ausnahme sind alle Gebäude Neubauten – die Hälfte davon Holz- oder Holzhybridkonstruktionen. Der Fokus lag auf dem Einsatz nicht erneuerbarer Energien sowie den CO2-Emissionen.
SIA 2040 deckt die drei Bereiche Erstellung, Betrieb und Mobilität ab und betrachtet den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie: von der Herstellung über die Nutzung und allfällige Ersatzinvestitionen im Betrieb bis zum Ende ihrer Lebensdauer.
Die umfangreiche Analyse ergab, dass die geplanten Bürogebäude den Zielwert von SIA 2040 im Durchschnitt erreichen. Bei den Wohnbauten zeigte sich hingegen Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Konstruktion. In der Folge wurden bei einzelnen Projekten Optimierungen eingeleitet, um die Treibhausgas-Emissionen zu verringern.
Die Portfolioanalyse ermöglichte es Real Estate Development, die wesentlichen Hebel zur Verminderung von Treibhausgasen zu identifizieren und eine ambitionierte Dekarbonisierungsstrategie unter Berücksichtigung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens zu definieren. Real Estate Development Schweiz hat sich vorgenommen, die Betriebsemissionen aller Neubauten im Entwicklungsportfolio bis 2030 auf Netto-Null zu senken. Für bestehende Bauten verfolgt Implenia dasselbe Ziel mit einem Horizont bis 2050.
Die Emissionen aus dem Bauprozess und der Materialisierung werden bei allen Neubau-Entwicklungsprojekten bis 2040 schrittweise reduziert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollen die Klimaemissionen der Neubauprojekte von Real Estate Development Schweiz über den gesamten Lebenszyklus hinweg bei Netto-Null liegen.
Um diese Ziele zu erreichen, legt Real Estate Development für jedes Projekt bereits beim Beginn der SIA Phase 2 (Vorstudien) ein «Carbon Budget» fest. Dieses definiert die zulässigen Emissionen für die weitere Entwicklung, den Bau und den Betrieb. Ein fortlaufendes Monitoring begleitet den gesamten Prozess, um frühzeitig Optimierungsmöglichkeiten zu erkennen und umzusetzen.
Eine ambitionierte Dekarbonisierungsstrategie bringt Herausforderungen hinsichtlich Design, Materialwahl und technischer Systeme mit sich. Implenia hat erkannt: Je früher und konsequenter die Vorgaben zum Klimaschutz in die Entwicklung einfliessen, desto geringer fallen spätere Mehraufwände des Projekts aus. Auf lange Sicht strebt Implenia «regenerative» Immobilien an, die nicht nur weniger Emissionen verursachen, sondern sogar einen positiven ökologischen und sozialen Beitrag leisten.
Um das Thema Dekarbonisierung von Immobilien verständlicher und greifbarer zu machen, publizierte Implenia Real Estate Development 2023 ein White Paper. Es beschreibt die wichtigsten Strategien und Hebel – und dient auch als Leitfaden für Gebäudeeigentümer, -manager und -planer, um das Thema in ihren Projekten voranzubringen (mehr dazu).

Methode "Best Value for CO2"
Die Methode “Best Value for CO2» wurde im Rahmen einer internen Forschungsarbeit von Implenia Real Estate entwickelt. Ziel war es, ein praxisnahes Instrument zu schaffen, das die Dekarbonisierungsstrategie unterstützt und sich insbesondere auf das gebundene CO2 (graue Emissionen) von Neubauten konzentriert. Dies Methode ermöglicht bereits in frühen Projektphasen eine überschlägige Berechnung von Baukosten und gebundenem CO2. Grundlage dafür sind erste volumetrische Skizzen sowie ausgewählte Haupt- und Elementgruppen nach eBKP-H/ eCCC-Bât.
Innovativ ist der Ansatz vor allem deshalb, weil die relevanten Bauteile eines Projekts in einer einfachen zweidimensionalen grafischen Darstellung zusammengeführt werden. Dadurch lassen sich kosten- und CO2-relevante Elemente schnell erkennen.
Architektinnen und Ingenieure erhalten so von Implenia eine erste Analyse, die hilft, sich auf wenige Schlüsselelemente zu konzentrieren. Diese können
- in den SIA-Phasen 21-22 durch parametrisches Design und Mengenreduktion optimiert werden oder
- in den SIA-Phasen 31-32 durch den gezielten Einsatz CO2-armer Materialien auf Basis von Material-Benchmarking.
CO2-Performance-Garantie: Ein innovativer Ansatz für nachhaltiges Bauen
Die «CO2-Performance-Garantie» ist ein innovativer vertraglicher Ansatz von Implenia Real Estate und stellt einen wichtigen Meilensein für die Immobilienbranche dar. Sie wurde bereits in der Schweiz beim Projekt «Rue du Valais» (Kunde: Cham Swiss Properties») umgesetzt.
Die Garantie definiert ein verbindliches CO2-Ziel für das Gebäude, das am Ende der Planungsphase festgelegt wird. Dieses Ziel ist mit den technischen Spezifikationen und der Preisstruktur des Totalunternehmervertrags abgestimmt.
Mit der Vertragsunterzeichnung einigen sich alle Parteien, gemeinsam mit einer vom Auftraggeber bestimmten Fachperson auf dieses CO2-Niveau. Die Fachperson überwacht während den SIA-Phasen 51-52 die Einhaltung der Zielwerte und bestätigt diese nach Fertigstellung des Gebäudes.
Die «CO2-Performance-Garantie» sieht zudem einen begrenzten Bonus oder eine Strafe für den Auftragnehmer vor. Grundlage dafür ist, ob die vertraglich festgelegten CO2-Ziele unterschritten oder überschritten werden.
Social Real Estate
Mit zunehmender Urbanisierung und steigender Bevölkerungsdichte muss die gebaute Umwelt aktuelle und zukünftige soziale Bedürfnisse stärker berücksichtigen. Neben den physischen Rahmenbedingungen spielen auch betriebliche und organisatorische Faktoren sowie deren Wahrnehmung eine zentrale Rolle für die soziale Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche.
Gemeinsam mit Wincasa veröffentlichte Implenia Ende 2024 die Broschüre «Immobilien: Treiber Sozialer Dynamik». Die Publikation zeigt auf, welche sozialen Anforderungen an Gebäude, Areale und Städte gestellt werden. Basierend auf umfangreichen Recherchen und Interviews mit Fachleuten im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit definiert sie neun Ziele mit insgesamt 33 Massnahmen, die dazu beitragen sollen, soziale Bedürfnisse besser zu erfüllen.
SOZIALES ENGAGEMENT UND SPONSORING
Als führender Bau- und Immobiliendienstleister in der Schweiz sieht sich Implenia in der Verantwortung, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Das Unternehmen engagiert sich über die Immobilien- und Baubranche hinaus in den Bereichen Kultur, Innovation und Bildung sowie für Institutionen im sozialen Bereich. Bei allen Engagements legt Implenia Wert auf nachhaltige und partnerschaftliche Beziehungen.
Ein Beispiel für dieses Engagement ist die jährliche Sozialprojektwoche der Lernenden. 2025 haben 14 motivierte Lernende aus allen Landesteilen der Schweiz und vier Begleitpersonen eine Woche in Jaun verbracht, dem höchstgelegenen Dorf im Kanton Freiburg. Unterstützt von erfahrenen Helfern von der Gemeinde hat die engagierte Truppe im Lauf einer Woche zahlreiche kleine Bauarbeiten für die Gemeinde erledigt und u.a. diverse Natursteinmauern, einen Gehweg mit kleinen Bachsteinen, eine Holzbrücke, Holzgeländer und einen Brunnenplatz erneuert.
Implenia hält sich sowohl im Sponsoring als auch bei der Vergabe von Spenden an höchste ethische Standards. Die Wettbewerbsrichtlinie des Unternehmens legt fest, dass Unterstützungen für politische Organisationen oder einzelne Politikerinnen und Politiker ausschliesslich transparent und selbstverständlich innerhalb des gesetzlichen Rahmens erfolgen dürfen. Auch für Zuwendungen an andere Organisationen gilt, dass sie offen kommuniziert werden müssen und nicht in der Absicht erfolgen dürfen, deren Entscheidungen zu beeinflussen.

COMMUNITY ENGAGEMENT
Bauarbeiten, insbesondere auf grossen Arealen und bei Infrastrukturprojekten, können zu Beeinträchtigungen wie Lärm, Staub oder Erschütterungen führen. Sie erfordern deshalb häufig eine verstärkte und transparente Informationen über die Auswirkungen vor Ort. Implenia bemüht sich, negative Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung gering zu halten und den Austausch zu fördern – etwa durch Konsultationen im Planungsprozess oder regelmässige Informationen während der Bauphase. Zudem organisiert das Unternehmen Führungen und Besuche für Anwohnende und Schulkinder, um Einblicke zu ermöglichen.
So engagierte sich Implenia 2025 im Rahmen des TELT-Konsortiums beim Bau des neuen Bahnbasistunnels zwischen Lyon und Turin für lokale Partnerschaften mit Anliegergemeinden und Vereinen, um das Gebiet um die Baustelle aufzuwerten. Zudem leistete Implenia finanzielle und logistische Unterstützung für Veranstaltungen, die Begegnungen mit der Bevölkerung ermöglichen (mehr dazu)
In den letzten Jahren rückte nach Abschluss eines Bauprojekts eine neue Herausforderung stärker in den Fokus: Aus Arealen lebendige Orte zu schaffen, die Menschen verbinden und unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Zu diesem Zweck baut Implenia mit Wincasa seit einiger Zeit sein Angebot rund um das Quartiermanagement – oder Community Management – aus. Insbesondere auf Arealen mit gemischter Nutzung sorgt dieser Ansatz dafür, dass sich das Leben in Wohnbauten, Büros, Hotels und Geschäftsflächen harmonischer entfaltet.
In der Schweiz beteiligt sich Implenia am Studiengang «CAS Reconstruction Ukraine», um einen konkreten und nachhaltigen Beitrag zum Wiederaufbau in der Ukraine zu leisten. Das Weiterbildungsangebot bietet Hilfe zur Selbsthilfe und befähigt Menschen aus der Ukraine mit Bezug zur Baubranche, den Wiederaufbau ihrer Heimat aktiv und vorausschauend anzugehen. Ins Leben gerufen hat diesen innovativen Studiengang die Berner Fachhochschule BFH in Zusammenarbeit mit dem Bund und der Bauwirtschaft.
Im Kanton Waadt ist Implenia zudem Partner der Invalidenversicherung und konnte über verschiedene Wiedereingliederungsprogramme neue Mitarbeitende gewinnen (mehr dazu).