
Dekarbonisierung vorantreiben
Bauen & Betreiben
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Implenia verbindet klare Ziele mit starken Partnerschaften und setzt auf höchste Standards im Hoch- und Tiefbau. Wir entwickeln innovative Lösungen, fördern Biodiversität, reduzieren Ressourcenverbrauch und treiben die Dekarbonisierung voran. Gemeinsam mit Wincasa und weiteren Partnern gestalten wir eine zukunftsfähige Bau- und Immobilienbranche – ökologisch, sozial und wirtschaftlich.
Inhalt
Nachhaltiges Property Management
Seit 2023 ist Wincasa, der führende Immobiliendienstleister der Schweiz, Teil der Implenia Gruppe. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von Wincasa liegt in der Immobilienbewirtschaftung. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen seine Kundinnen und Kunden mit einem breiten Angebot an Dienstleistungen in allen Lebensphasen einer Immobilie. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Nachhaltigkeit.
Nachhaltiges Property Management beginnt mit einer sorgfältigen Erhebung von Kennzahlen mithilfe eines professionellen Datenmanagements in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Umwelt, Soziales, Wirtschaftlichkeit). Wincasa entwickelte daher mit einer Partnerfirma eine praxisgerechte Datenplattform, die von der Erfassung über die Plausibilisierung bis hin zum Reporting von Energiedaten sämtliche relevanten Schritte integriert. Auf dieser Grundlage lassen sich CO2-Absenkpfade erstellen, auf deren Basis sich wiederum Nachhaltigkeitsmassnahmen planen und in die strategische Investitionsplanung integrieren lassen.
Diverse Eigentümer sind derzeit dabei, in ihren Liegenschaften gezielt Massnahmen für die biologische Vielfalt zu treffen. Im Bereich strategisches Facility Management (FM) nimmt Wincasa deshalb bei Ausschreibungen und Neuverhandlungen von Leistungen neben den bereits bestehenden Richtlinien für den nachhaltigen Betrieb auch neu das Thema Biodiversität auf.
Das Team Real Estate Consulting unterstützt Eigentümer bei der nachhaltigen Optimierung ihrer Liegenschaften. Mit standardisierten Gebäudeaufnahmen und Zustandsanalysen zeigen die Fachleute Potenziale auf und schlagen Massnahmen vor, die zur Senkung des Energiebedarfs und der Treibhausgasemissionen beitragen.
Viele Eigentümer legen heute Wert darauf, neben ökologischen und ökonomischen auch soziale Nachhaltigkeitsaspekte zu fördern. Mit den Bereichen Real Estate Community Management und Siedlungscoaching trägt Wincasa dazu bei, Nachhaltigkeitsthemen aktiv in Mietgemeinschaften zu integrieren. Während das Real Estate Community Management die Nachbarschaft auf gemischt genutzten Arealen stärkt, fördern Siedlungscoaches das soziale Miteinander im Wohnumfeld. Das Team «Tenant Engagement» bildet dabei die Schnittstelle zwischen Eigentümer- und Mieterseite und ermöglicht, Nachhaltigkeitsziele im Alltag der Mieterinnen und Mieter konkret umzusetzen.

Bauen mit Holz
In den vergangenen Jahren hat Implenia seine umfassende Expertise bezüglich nachhaltiger Techniken und Materialien konsequent weiterentwickelt. Dies gilt insbesondere für den Holzbau. Das natürliche und nachwachsende Baumaterial erlebt dank neuer Konstruktionsmöglichkeiten und seines geringen Gehalts an grauer Energie seit einigen Jahren eine Renaissance. Mit der Planung und Realisierung zahlreicher Projekte zählt Implenia in der Schweiz zu den führenden Akteuren im Bereich Holzbau (mehr dazu).
Der Holzbau bei Implenia zeichnet sich durch nahtlose, aufeinander abgestimmte Prozesse zwischen Engineering und Projektabwicklung aus. Dieses integrative Vorgehen wird von den Kundinnen und Kunden geschätzt, da das Ingenieursteam so bereits in der Entwicklungsphase Optimierungen vornehmen kann, die entscheidend zur Umsetzung besonders nachhaltiger Vorhaben beitragen. In Eigenentwicklungsprojekten verwendet Implenia nur Hölzer und Holzwerkstoffe mit FSC-, PEFC- oder einem gleichwertigen Label.
Gebäude aus Holz verursachen deutlich weniger Treibhausgas-Emissionen als Gebäude aus Beton oder Backstein, besonders wenn das Holz aus regionaler Produktion stammt. Gleichzeitig eignet sich Holz auch hervorragend zur Vorfertigung von Bauelementen. Die modulare Bauweise hat den Vorteil, dass die Elemente flexibel genutzt und einfach ersetzt oder rückgebaut werden können. Um die steigende Nachfrage nach Holzbauteilen zu decken, betreibt Implenia eine leistungsfähige Produktionsanlage in Rümlang im Kanton Zürich.
Innovative Lösungen
Digitalisierung und technologischer Fortschritt verändern die Bau- und Immobilienbranche tiefgreifend. Implenia nutzt diesen Wandel nicht nur zur Erhöhung der Produktivität und Qualität, sondern auch, um seine Tätigkeiten und Produkte nachhaltiger zu gestalten. So entwickelt Implenia beispielsweise neue Geschäftsmodelle und standardisiert Prozesse, die Ressourcen schonen und die Kreislaufwirtschaft fördern. Das Unternehmen validiert ausserdem frühzeitig neue Technologien, um umweltschonende Lösungen zu entwickeln.Um diese Ziele zu erreichen, stärkt Implenia das unternehmerische Verhalten von Mitarbeitenden und nutzt gezielt externes Wissen und Ideen von Dritten wie Geschäftspartnern, Forschungseinrichtungen und Kunden. Die folgende Übersicht gibt einen Einblick in ausgewählte Beispiele zur Reduktion von CO2-Emissionen.
Forschungs- und Pilotprojekte
Engagement «Beyond.Zero»

NEST ist das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude der beiden Schweizer Forschungsinstitute Empa und Eawag in Dübendorf in der Nähe von Zürich. Im NEST arbeiten über 150 Partner aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand eng zusammen.
Die NEST-Unit «Beyond.Zero» testet CO2-reduzierte und CO2-negative Innovationen im Gebäudesektor und zeigt, wie Gebäude als Kohlenstoffsenken wirken können. Dafür werden neuartige, an der Empa entwickelte Baumaterialien wie Beton oder Isolationsmaterial verbaut, die Kohlenstoff binden. Implenia unterstützt das Projekt als Realisierungspartner.
Holzverbundflachdecke

Gemeinsam mit der WaltGalmarini AG und der ETH Zürich entwickelte Implenia eine innovative Holzverbundflachdecke. Sie kombiniert Materialien so, dass ihre Eigenschaften ein leistungsfähiges Deckensystem ergeben. Im Vergleich zu klassischen Betonflachdecken sowie zu Massiv- oder Verbundlösungen im Holzbau erreicht die Holzverbundflachdecke eine gleichwertige Funktion bei deutlich geringeren Umweltauswirkungen.
Smarte Baustellencontainer

Aufgrund ihrer provisorischen Bauweise gehen in Baustellencontainern oft grosse Mengen an Wärme und Energie verloren. Implenia Deutschland hat in einem Pilotversuch gezeigt, welches Potenzial in einer optimierten technischen Ausstattung steckt: Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern für die Lichtsteuerung, einer bedarfsorientierten Heizregelung sowie einer automatischen Beschattung liess sich der Energieverbrauch um 30 bis 50 Prozent senken. Damit zeigt Implenia, wie auch temporäre Infrastruktur gezielt verbessert werden kann.
Realisierte Projektmassnahmen
Förderband beim Mont-Cenis-Basistunnel

Zwischen Lyon und Turin ist Implenia am Bau eines 57,5 Kilometer langen Tunnels für eine neue Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke beteiligt. Um die grossen Mengen an Aushubmaterial effizient zu transportieren, wurde Anfang 2024 ein Förderband in Betrieb genommen, welches das Material direkt vom Tunnelportal abtransportiert. Dadurch braucht es deutlich weniger Lastwagenfahrten, was nicht nur den CO2-Ausstoss reduziert, sondern auch Umweltauswirkungen wie Staub, Lärm und den Wasserverbrauch für die Strassenreinigung verringert. Ein weiterer Vorteil des Förderbandes ist, dass das Aushubmaterial direkt vor Ort durch einen Brecher zerkleinert und in dieser Form wiederverwendet werden kann.
Hybridbewehrung im neuen Gotthardtunnel

Beim Bau der zweiten Strassentunnelröhre durch den Gotthard setzt Implenia eine innovative Lösung ein, die rund 9200 Tonnen CO₂ einspart. Anstelle der üblichen Bewehrung aus reinem Stahl wird in den Tübbingen eine Hybridbewehrung aus Stabstahl und Fasern verbaut. Dadurch sinkt der Stahlverbrauch von 115 auf 62 Kilogramm pro Kubikmeter, was allein bei der Stahlproduktion rund 9000 Tonnen CO₂ vermeidet. Gleichzeitig verbessert die Hybridbauweise die Qualität und Lebensdauer der Tübbinge und senkt die Gesamtkosten. Die übrigen CO₂-Reduktionen ergeben sich aus verkürzten Bauzeiten, optimierten Transportprozessen und einem geringeren Verarbeitungsaufwand.
Optimierte Abläufe beim Lärmschutzprojekt

Beim Lärmschutz für die Deutsche Bahn entlang der Eisenbahnstrecke von Homburg (Saar) nach Ludwigshafen (Rhein) übernahm Implenia die technische Leitung und prüfte bereits in der Arbeitsvorbereitung das vorgelegte Baukonzept kritisch. Durch zusätzliche Analysen, tragwerksplanerische Untersuchungen und Baugrundaufschlüsse konnte das Konzept deutlich optimiert werden.
Diese Anpassungen senkten nicht nur die Baukosten, sondern ermöglichten auch die Vermeidung von 420 Tonnen CO₂. Massgeblich dafür war ein optimierter Bauablauf, durch den drei Bagger mit insgesamt 810 Betriebsstunden eingespart wurden. Darüber hinaus konnten Aushub, Beton- und Stahlverbrauch reduziert werden.
Sprengvortrieb mit nachhaltigem Sprengstoff

Beim Tunnelbau in Ligerz für den Doppelspurausbau der SBB-Linie Lausanne–Biel setzt Implenia erstmals in der Schweiz den Sprengstoff Hypex-Bio ein. Dieser enthält kein Stickstoff und gilt als zukunftsweisende Lösung für Sprengausbrucharbeiten. Sein Hauptvorteil ist, dass Ausbruchmaterial und Baustellenabwasser nicht mit stickstoffhaltigen Rückständen belastet werden. Damit verbessert Hypex-Bio nicht nur die Ökobilanz des Projekts, sondern setzt auch neue Massstäbe für nachhaltiges Bauen im Untertagbau.
Einsatz eines vollelektrischen Radladers im Tunnelbau

Beim Bau des Bahnhofs Marienhof der neuen S-Bahn-Stammstrecke in München setzt Implenia erstmals in Europa einen vollelektrischen Radlader ein. Die emissionsfreie Maschine von Volvo kommt zum Einsatz, weil im Tunnelvortrieb unter Druckluft keine dieselbetriebenen Fahrzeuge erlaubt sind. Mit einer Laufzeit von bis zu acht Stunden pro Schicht transportiert der Radlader das ausgebrochene Material von der Ausbruchsstelle (Ortsbrust) bis zur Transportmulde.
Neben der konkreten Reduktion der direkten Emissionen auf der Baustelle senkt die Maschine auch die Lärmbelastung für das Baustellenpersonal. Mit dem Einsatz des Radladers gewinnt Implenia wertvolle Erfahrungen für zukünftige emissionsarme Baustellen.
Weiternutzung gebrauchter Baumaterialien

Der Ingenieurtiefbau von Implenia testete 2024 in der Deutschschweiz eine Materialbörse, um die Verschwendung von Material zu verringern. Die daraus entstandene ReUse App steht seit 2025 allen Mitarbeitenden von Implenia zur Verfügung und funktioniert als Marktplattform: Es können Anzeigen geschaltet, Material wie zum Beispiel Pflastersteine, Betonfertigelemente oder Schachtbauteile gesucht und Suchprofile hinterlegt werden.
Klimafreundlichere Werkhöfe

Implenia betreibt europaweit 18 grössere Werkhöfe. Diese dienen hauptsächlich als Instandstellungsstätten und Materiallager, beherbergen aber auch Büroräumlichkeiten. Die oft sehr grossen Hallen und Gebäude verbrauchen im Betrieb erhebliche Mengen Wärme und Strom.
Die Werkhöfe setzen kontinuierlich standortspezifische Energieeffizienzmassnahmen um. So haben beispielsweise die Werkhöfe in Deutschland im Jahr 2024 einen Teil der Beleuchtung auf LED umgestellt, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge eingerichtet, elektrisch betriebene Geräte und Arbeitsmittel angeschafft sowie auf Baucontainerdächern Photovoltaikmodule installiert.
Projektspezifische CO2-Vermeidungskonzepte

Bei der Reduktion von Treibhausgasen geht Implenia Schweden über das Umsetzen von punktuellen Massnahmen hinaus. Mit einer übergeordneten Strategie gelang es, die Emissionen von zwei grossen Projekten um nahezu 50 Prozent zu verringern.
Mehr dazu