|
Themen und Projekte,
Tunnelbau

Mit BIM in den Tunnel

Im Studium hat sich Hans Exenberger auf Digitalisierung im Tunnelbau konzentriert. In der Praxis hat er letztes Jahr beim Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt als Schichtbauleiter gleich drei Tunneldurchbrüche begleitet. Ein Besuch auf der Baustelle des Brenner-Basistunnels.

Hans, woher kommt die Begeisterung fürs Bauen? 

Als ich klein war, haben meine Eltern unser Haus umgebaut, danach unsere Nachbarn ihres. Diese Baustellen waren für mich unglaublich spannend – das ist geblieben. 

Seit wann beschäftigst du dich mit Tunnels? 

Seit meinem Masterstudium im Bauingenieurwesen und speziell mit meiner Masterarbeit zu digitalen Baugrundmodellen. Dann wurde mein Betreuer zum Professor für Tunnel Information Modeling ernannt und ich bekam die Chance, eine Dissertation zum Thema Digitalisierung zu schreiben. 

Wie bist du beim Projekt Brenner Basistunnel gelandet? 

Als Praktikant, zu 50% neben meinem Doktoratsstudium. Eine tolle erste Praxiserfahrung auf dieser gigantischen Baustelle. 

Wie konntest du dein Fachwissen einbringen? 

Ich durfte das Potenzial für Digitalisierung analysieren und dann auch Massnahmen umsetzen. Das Ganze hat uns zu einem Vorzeigeprojekt gemacht, was Digitalisierung angeht. Unsere Methoden werden inzwischen bei neuen Projekten als Standardlösungen eingesetzt. Das macht mich schon ein bisschen stolz. 

Hast du ein konkretes Beispiel für erfolgreiche Anwendungen? 

Ja, es geht unter anderem um Datenflussanalysen: Wo kommen die unterschiedlichen Informationen her, wo werden sie benötigt, wie können wir den Datenfluss bis hin zur Abrechnung optimieren. Die Basis dafür ist die digitale Erfassung von Daten am Feld über digitale Formulare am iPad. Wenn das digitalisiert abläuft, spart das viel Arbeit – bei konstanter Qualität. 

Was machst du jetzt in deinem ersten Job nach dem Studium? 

Nach Ende meiner Anstellung an der Universität konnte ich direkt als Schichtbauleiter im Tunnelvortrieb einsteigen. Dabei arbeite ich sehr operativ: tägliche Schichtübergaben mit den Polieren, sehr viel Kommunikation mit dem Team im Tunnel.  

Deine Highlights an dieser Stelle? 

Das waren sicher die Tunneldurchbrüche im August und Oktober 2025 mit der Tunnelbohrmaschine und der zweite Durchschlag der im Sprengvortrieb aufgefahrenen Hauptröhre im Mai 2025. Jetzt bauen wir die 160 m lange Maschine ab und sprengen die Querschläge zwischen den beiden Tunnelröhren. 

Wie geht es weiter bei dir und Implenia?  

Zuerst schliessen wir das Projekt Brenner ab. Ich fahre immer noch jedes Mal mit einem Lächeln in diesen Tunnel hinein, weil mich das Bauwerk einfach fasziniert. Ansonsten bietet Implenia sicher viele Möglichkeiten. Ich habe eben die interne Ausbildung als Lean Experte abgeschlossen und freue mich auf viele weitere spannende Erfahrungen und Projekte. 

Das Projekt Brenner Basistunnel