


Innstufe Imst-Haiming
Zusammenfassung
Die Innstufe Imst-Haiming ist ein Wasserkraftprojekt der TIWAG, das durch die doppelte Nutzung von Triebwasser einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung Tirols leistet.
Das Projekt
Mit der Innstufe Imst-Haiming entsteht eine leistungsstarke Wasserkraftanlage, die bereits genutztes Triebwasser ein zweites Mal zur Stromerzeugung einsetzt. Herzstück des Projekts ist ein rund 14 Kilometer langer unterirdischer Triebwasserweg mit Stollen, Kavernen und Spezialtiefbauarbeiten. Die Ausführung erfordert die präzise Abstimmung von konventionellem Tunnelbau, maschinellem Vortrieb und komplexer Baustellenlogistik im Untergrund. Das Projekt trägt wesentlich zur Energiewende in Tirol bei und ermöglicht die klimafreundliche Stromversorgung von zehntausenden Haushalten.
Leistungen im Detail
- Konventioneller Vortrieb: Bagger- und Sprengvortrieb von Imsterberg in Richtung Haiming.
- TBM-Vortrieb: Maschineller Vortrieb von Haiming in Richtung Innquerung, Durchmesser des Druckstollens 8,2 m.
- Lockergesteinsvortrieb: Lockergesteinsvortriebe im Bereich des Fensterstollens Haiming, des Zugangsstollens zur Kraftwerkskaverne, des Kabelstollens und des Unterwasserstollens.
- Kavernen- und Stollenbau: Herstellung der Kraftwerkskaverne, TBM-Montagekaverne, Schieberkammer, des Kraftabstiegs sowie mehrerer Fenster-, Zugangs-, Kabel- und Wasserführungsstollen.
- Spezialtiefbau: Bohrpfahlarbeiten im Bereich des Einlaufbauwerks sowie Düsenstrahlarbeiten im Bereich des Unterwasserstollens.
- ARGE: Swietelsky Tunnelbau GmbH (TGF), Ing. Hans Bodner BauGmbH (KGF), Implenia Österreich GmbH (Co-TGF)
- Triebwasserweg: ca. 14 km
- Ausbauwassermenge: 85 m³/s
- Nennleistung: 43,5 MW
- Mittlere Fallhöhe: 64,5 m
- Regelarbeitsvermögen: 252 GWh/Jahr
- Druckstollendurchmesser: 8,2 m
- Turbinen: zwei Francis-Turbinen
- Geologie Wesentliche Gesteinsformationen:
- Alpine Muschelkalk-Gruppe
- Partnach-Formation
- Wetterstein-Formation
- Nordalpine Raibl-Gruppe
- Hauptdolomit-Gruppe
- Alpiner Buntsandstein
- Reichenhaller Schichten
- Quartäre Lockergesteine
Herausforderungen
- Die wesentlichen Herausforderungen bestehen in der Koordination des konventionellen und maschinellen Tunnelvortriebs, der unterirdischen Montage und Versorgung der Tunnelbohrmaschine sowie der Logistik in den Stollen und Kavernen.
- Der Triebwasserweg verläuft durch einen komplex gefalteten und tektonisch verschuppten Gebirgsaufbau.
- Weitere Anforderungen ergeben sich aus dem Bau der Kraftwerkskaverne, der Innquerung, der Wasserhaltung, dem Gewässerschutz und der Deponiebewirtschaftung.
Nachhaltigkeit
- Projekt zur Gewinnung erneuerbarer Energie (Wasserkraft)
- Einsatz elektrisch betriebener Schwerlast-Fahrzeuge.
- Hohe Anforderungen an Gewässerschutz und Deponiebewirtschaftung