Verantwortung ab Tag 1

Makda, du bist seit letztem November Projektkauffrau bei Implenia im Fernwärmeprojekt in Hamburg. Was genau gehört zu deinem Aufgabenbereich?
Bei mir läuft alles zusammen, was rund um das Projekt von Wärme Hamburg kaufmännisch anfällt: vom Einkauf – mit Unterstützung der Niederlassung – über die Buchführung bis zum Reporting.
Das ist viel Verantwortung für einen frühen Karriereschritt. Du hast eben erst deine Masterarbeit abgeschlossen.
Dass mir diese Position zugetraut wurde, ist nicht selbstverständlich. Weil in Hamburg eine Nachfolgelösung gesucht wurde, kam Oliver Leeb auf mich zu, mein Vorgesetzter aus meiner damaligen Werkstudentenstelle in München. Er fragte mich, ob ich mir den Job zutraue, da ich das Hamburger Projekt bereits von München aus unterstützt hatte. Diese Chance habe ich gepackt.
Und wie ist es dir ergangen?
Das Team hat mich bei meinem Start super unterstützt. Für mich ist dies ein toller Einstieg: Ich bekomme Einblicke in viele Bereiche und lerne viel. Während ich früher eher einzelne Aufgaben beim Vertragsmanagement oder bei der Buchhaltung übernommen habe, sehe ich hier durch das gesamte Reporting und die Berichterstattung das große Ganze.
Ins kalte Wasser zu springen braucht Mut. Was empfiehlst du anderen jungen Mitarbeitenden?
Einfach machen. Vieles spielt sich im eigenen Kopf ab. Den anderen ist bewusst, dass man am Anfang steht – aber sie sehen auch, was man kann. Dieses Vertrauen sollte man sich selbst ebenfalls geben.
Wie wohl fühlst du dich im Team?
Sehr wohl. Ich wurde offen aufgenommen und erhielt von allen Seiten – sowohl auf der Baustelle als auch von der kaufmännischen Abteilung – durchweg Unterstützung. Dass ich aktuell die einzige Frau von Implenia auf der Baustelle bin, fällt für mich gar nicht ins Gewicht. Ich kenne das schon aus dem Studium.
Wie bist du zu Implenia gekommen?
Ich habe in München Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Bio- und Umwelttechnik sowie Maschinenbau studiert und im Bachelor nach einem Praktikum gesucht – bewusst außerhalb meiner bisherigen Richtung. Fündig wurde ich bei Implenia in Schweden beim City Link Projekt: fachlich spannend und gleichzeitig mit der Chance verbunden, ins Ausland zu gehen. Anschließend habe ich meinen Master in Konstanz mit Schwerpunkt Baumanagement gemacht und parallel als Werkstudentin in der Niederlassung München gearbeitet. So bin ich Schritt für Schritt in die Baubranche hineingewachsen.
Das war bereits fast eine halbe Tour Germany und ein Auslandeinsatz. Was ist dir besonders geblieben?
Das Praktikum in Schweden. Das Umfeld war sehr familiär, viele waren fern von zuhause, und wir haben auch außerhalb der Arbeit viel zusammen unternommen. Zudem waren zahlreiche Praktikantinnen und Praktikanten aus unterschiedlichen Bereichen vor Ort. Wollte ich zum Beispiel etwas erfahren über den Tunnelbau mit Sprengvortrieb oder Maschinenvortrieb, bin ich einfach mal mitgegangen und habe Fragen gestellt. So habe ich viel gelernt.
Unterschiedliche Projekte und Länder: Wie wichtig ist es dir am Anfang deiner Karriere, bei einem Unternehmen zu arbeiten, das dir eine solche Vielfalt an Möglichkeiten bietet?
Sehr wichtig. Solange ich jung und ungebunden bin, will ich möglichst viel sehen. Das ist für mich persönlich gut, aber ich kann auch für die Arbeit profitieren. Ein Beispiel: Mein erstes Projekt City Link war eine ARGE; jetzt bin ich auf einem reinen Implenia-Projekt. Da läuft vieles anders. So etwas würde man kaum sehen, wenn man die ersten Arbeitsjahre in einem kleineren Unternehmen oder auf nur einem Projekt tätig wäre.
Masterarbeit: KI bei Implenia

Wie stehen die Mitarbeitenden zu KI-Lösungen, und was braucht es, um diese innerhalb der Organisation erfolgreich einzuführen? Mit diesen Fragen setzte sich Makda Makonnen in ihrer Masterarbeit an der Hochschule Konstanz in Kooperation mit der Implenia Civil Engineering GmbH Deutschland auseinander. Als Ergebnis entwickelte sie spannende Handlungsempfehlungen für KI-Lösungen im kaufmännischen Bereich.
Wo siehst du konkret die größten Effizienzgewinne von KI?
Vor allem bei repetitiven Aufgaben. Hier kann KI entlasten, Zeit sparen und Prozesse vereinfachen. Auch Chatbots im Vertragsmanagement sind spannend: Statt lange Dokumente zu durchsuchen, kann man gezielt Fragen stellen und schneller Antworten erhalten.
Wo liegen die Grenzen?
Bei kritischen Entscheidungen bleibt der Mensch zentral. Urteilsvermögen und Verantwortung lassen sich nicht an KI abgeben. Zwei Beispiele: Bei der kompletten Buchführung oder einem komplexen Ablaufplan kann KI zwar unterstützen, aber am Ende sollte immer ein Mensch drüber schauen, weil jedes Projekt anders ist und der Kontext entscheidend bleibt.
Wie nutzt du KI denn konkret in deinem Arbeitsalltag?
Ich nutze häufig Chatbots. In einer kaufmännischen Sitzung ging es neulich um steuerliche Themen – etwa, wie bestimmte Dinge verbucht werden oder wann man Freistellungsaufträge benötigt. Das Thema habe ich im Nachgang mithilfe von KI vertieft aufgearbeitet, um ein besseres Verständnis zu entwickeln und zusätzliche Beispiele zu erhalten.
Wie stellst du dir deine nächsten beruflichen Schritte vor?
Zuerst möchte ich mein aktuelles Projekt abschließen. Danach bleibe ich im kaufmännischen Bereich, möchte aber gerne noch einmal ins Ausland und dort auf einer Baustelle an einem Bauprojekt mitarbeiten.