Umwelt
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Zum vollständigen Nachhaltigkeitsbericht 2025 als PDF
Energie und Klima
1. CO₂-EMISSIONEN
Implenia richtet seine Klimastrategie konsequent am Pariser Abkommen aus und verfolgt das Ziel, bis spätestens 2050 über sämtliche Scopes hinweg Netto‑Null zu erreichen. Gleichzeitig berücksichtigt das Unternehmen noch ambitioniertere Klimavorgaben einzelner Länder, in denen es tätig ist. Viele grosse Infrastrukturprojekte von Implenia leisten einen langfristigen gesellschaftlichen Beitrag zur CO₂-Reduktion, etwa durch leistungsfähigere Verkehrs‑ und Versorgungsnetze oder durch verkürzte Wege. Gerade diese Projekte haben jedoch aufgrund ihrer Dimensionen und technischen Anforderungen oft erhöhte Emissionen während der Bauzeit.
Die Höhe der CO₂‑Emissionen schwankt von Jahr zu Jahr und wird stark von der Art der Projekte, der Wahl der Bauverfahren sowie vom Projektfortschritt beeinflusst. Ob ein Tunnel beispielsweise im Sprengvortrieb oder mit einer Tunnelbohrmaschine realisiert wird, kann einen grossen Unterschied machen. Zudem prägt der grosse Einsatz dieselbetriebener Maschinen und Fahrzeuge in der gesamten Baubranche – und damit auch bei Implenia – die Scope‑1‑Emissionen wesentlich. Vor diesem Hintergrund entwickelt Implenia seine Dekarbonisierungsstrategie ab 2025 gezielt weiter. Im Mittelpunkt stehen die Reduktion der Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen sowie der Ausbau der Scope‑3‑Datenerhebung, insbesondere in den Kategorien eingekaufte Waren und Dienstleistungen sowie Abfall. Diese Kategorien gehören zu den grössten Hebeln der Branche, da sie insbesondere den Einsatz emissionsintensiver Materialien wie Zement, Beton und Stahl betreffen. Implenia arbeitet daran, Bauprozesse immer emissionsärmer zu gestalten – etwa durch die Elektrifizierung von Maschinen und Fahrzeugen oder durch Effizienzsteigerungen in Planung und Ausführung.
1.1 Greenhouse Gas Protocol
| Kategorie | Definition |
|---|---|
| Scope 1 | Direkte Emissionen, die beim Verbrauch von Brenn- und Treibstoffen im Betrieb, beim Transport sowie bei der Verflüchtigung organischer Substanzen entstehen |
| Scope 2 | Indirekte Emissionen, die durch die Nutzung von eingekauftem Strom, Dampf, Wärme oder Kälte in die Atmosphäre gelangen |
| Scope 3 | Alle anderen indirekten Emissionen, die durch die Aktivitäten eines Unternehmens in seiner Wertschöpfungskette verursacht werden |
1.2 Scope-1- und -2-Emissionen
Seit 2012 publiziert Implenia seinen CO₂-Fussabdruck für die Scopes 1 und 2. Dieser umfasst sowohl die direkten Emissionen aus dem Betrieb der eigenen Baumaschinen, Lastwagen, Produktionsanlagen und Werkhöfe (Scope 1) als auch die indirekten Treibhausgasemissionen durch netzgebundene Energie wie Elektrizität und Fernwärme (Scope 2). Die Datenerhebung wird kontinuierlich ausgebaut und umfasst mittlerweile die gesamte Gruppe. Dazu gehören die Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden und Norwegen. Seit 2024 werden zusätzlich auch Daten der aussereuropäischen Aktivitäten von Implenia erfasst.
Die meisten Treibhausgasemissionen in den Scopes 1 und 2 verursachen die Baustellen und Produktionsanlagen. Rund 65 % der Emissionen entstehen bei der Verbrennung von Diesel. Im Ländervergleich entfallen rund 39 % der absoluten CO₂-Emissionen auf die Schweiz, gefolgt von Deutschland mit einem Anteil von ungefähr 26 % und Österreich mit rund 18 %. Die verbleibenden 17 % des Gesamtausstosses entfallen auf die übrigen Länder. Der vergleichsweise hohe Anteil der Schweiz ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass dort im Vergleich zu anderen Ländern mehr Bauleistungen erbracht werden.
Implenia definierte das Jahr 2020 als Basisjahr für die Nachhaltigkeitsziele bis 2025. Die Gruppe emittierte zu diesem Zeitpunkt 21,8 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Million Franken Umsatz.
Mit 77 511 Tonnen CO₂-Äquivalenten im Jahr 2025 (2024: 83 153) konnte Implenia die absoluten Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2020 um 10,9 % senken. Diese positive Entwicklung ist hauptsächlich auf geringere Dieselverbräuche zurückzuführen, insbesondere aufgrund abgeschlossener oder in weniger energieintensive Phasen übergegangener Projekte in den nordischen Ländern. Auch die stärkere Nutzung von Elektrofahrzeugen trug zur Reduktion bei.
Trotz des Rückgangs der absoluten Emissionen wurde das Ziel 2025 für die umsatzbereinigten Emissionen nicht erreicht. Grund dafür ist der gleichzeitig gesunkene Umsatz sowie der zunehmende Anteil komplexer Grossprojekte, insbesondere im Tunnelbau, die einen höheren Energiebedarf aufweisen. Der umsatzbereinigte Wert liegt 2025 2,2 % über dem Basisjahr 2020.
Mit den neuen Nachhaltigkeitszielen 2030 wird Implenia verstärkt CO₂‑Reduktionsmassnahmen in seinen Projekten anbieten.
Treibhausgasemissionen, Implenia Global (Scopes 1 + 2) nach Energieträger
| Kategorie | Einheit | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Total Scope 1+2 | t CO₂-Äq | 77 511 | 83 153 | 79 626 | 75 678 | 76 893 | 87 028 |
| Total Scope 1 | t CO₂-Äq | 62 286 | 66 622 | 64 631 | 59 771 | 59 791 | 67 642 |
| Diesel | t CO₂-Äq | 50 476 | 54 304 | 51 744 | 47 662 | 50 490 | 56 907 |
| Benzin | t CO₂-Äq | 1 300 | 1 647 | 1 461 | 1 745 | 467 | 501 |
| Gas | t CO₂-Äq | 3 482 | 3 481 | 4 718 | 4 606 | 4 539 | 5 200 |
| Heizöl | t CO₂-Äq | 6 961 | 6 852 | 6 377 | 5 397 | 4 142 | 4 976 |
| Biodiesel | t CO₂-Äq | 63 | 337 | 331 | 361 | 153 | 58 |
| Pellets | t CO₂-Äq | 4 | 1 | NA | NA | NA | NA |
| Total Scope 2 | t CO₂-Äq | 15 225 | 16 531 | 14 995 | 15 907 | 17 101 | 19 386 |
| Elektrizität | t CO₂-Äq | 14 668 | 15 858 | 14 574 | 15 540 | 16 701 | 18 892 |
| Fernwärme | t CO₂-Äq | 557 | 673 | 421 | 367 | 401 | 494 |
| Absolute Veränderung der CO2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 | % | -10,9 | -4,5 | -8,5 | -13,0 | -11,6 | Basis 2020 |
| Total, umsatzbereinigte CO2-Emissionen | t CO₂-Äq/Mio. CHF | 22,3 | 23,4 | 22,1 | 21,4 | 20,4 | 21,8 |
| Umsatzbereinigte Veränderung der CO2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 | % | 2,2 | 7,1 | 1,5 | -2,0 | -6,4 | Basis 2020 |
Bemerkung: Die vollständigen Berechnungen sind im Anhang des Nachhaltigkeitsberichts im PDF dokumentiert.
1.4 Scope-3-Emissionen
Im Hinblick auf das Netto-Null-Ziel bis 2050 erweitert Implenia die Berichterstattung zu seinen indirekten Emissionen aus vor- oder nachgelagerten Prozessketten (Scope 3) kontinuierlich. Insbesondere die Gewinnung, Herstellung und der Transport von Baustoffen sowie die Nutzung der Bauten verursachen bedeutende Emissionen in der Gesamtbilanz eines Bauwerks.
Das GHG Protocol unterscheidet insgesamt 15 Kategorien zur Erfassung von Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Seit 2022 erhebt Implenia auf Gruppenebene Daten der Kategorien 3, 6 und 7. 2024 begann das Unternehmen zudem damit, Daten der bedeutsamen Kategorie 1 zu erfassen. Im Jahr 2025 führte Implenia schliesslich erstmals ein vollständiges Screening aller relevanten Scope-3-Kategorien durch, entwickelte das Inventar weiter und legte 2024 als Basisjahr für seine Scope-3-Emissionen fest.
Die folgenden Kategorien wurden für Implenia als relevant erkannt und unter Verwendung der vom GHG Protocol empfohlenen Methoden berechnet. Der spezifische Berechnungsansatz ist für jede Kategorie angegeben:
- Kategorie 1: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen (Hybridmethode unter Verwendung von Durchschnittsdaten + ausgabenbasierte Methode)
- Kategorie 2: Anlagegüter (ausgabenbasierte Methode)
- Kategorie 3: Brennstoff- und energiebezogene Emissionen (aktivitätsbasierte Methode)
- Kategorie 4: Transport und Verteilung – vorgelagert (Hybridmethode unter Verwendung von Durchschnittsdaten + ausgabenbasierte Methode)
- Kategorie 5: Abfallaufkommen im Betrieb (Hybridmethode)
- Kategorie 6: Geschäftsreisen (entfernungsbasierte Methode)
- Kategorie 7: Personalverkehr (Durchschnittsdatenmethode)
- Kategorie 11: Nutzung verkaufter Produkte (Hybridmethode unter Verwendung von Durchschnittsdaten und standortspezifischen Daten)
- Kategorie 12: Entsorgung und Behandlung verkaufter Produkte (Hybridmethode unter Verwendung von Durchschnittsdaten und standortspezifischen Daten)
Aufgrund der komplexen Unternehmensstruktur und der vielfältigen, über mehrere Märkte reichenden Wertschöpfungskette bleibt allerdings ein gewisses Mass an Unsicherheit und Schätzfehlern bestehen. Verfügbarkeit und Qualität der Daten variieren je nach Geschäftsbereich und Kategorie. Auch konnten noch nicht alle relevanten Ressourcen und Datenquellen in die Bestandsaufnahme einbezogen werden.
Die Festlegung von 2024 als Basisjahr schafft eine solide Grundlage für das langfristige Scope-3-Management der Gruppe und bildet den Ausgangspunkt für die umfassende Offenlegung der Treibhausgasemissionen über alle Scopes hinweg. Damit verbessert sich Implenia kontinuierlich in Richtung mehr Transparenz. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen die Daten weiter verfeinern, die Genauigkeit erhöhen und den Umfang der einbezogenen Ressourcen erweitern.
Berechnete Scope-3-Treibhausgasemissionen in t CO₂-Äq
| Kategorie | 2025 | 2024 |
| Total | 707 113 | 809 710 |
| Kategorie 1: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen | 582 751 | 654 103 |
| Kategorie 2: Anlagegüter | 27 472 | 50 433 |
| Kategorie 3: Energie- und brennstoffbezogene Aktivitäten | 15 832 | 17 219 |
| Kategorie 4: Transport und Verteilung (vorgelagert) | 3 171 | 3 918 |
| Kategorie 5: Abfallaufkommen im Betrieb | 7 618 | 4 044 |
| Kategorie 6: Geschäftsreisen | 751 | 990 |
| Kategorie 7: Pendeln der Mitarbeiter | 5 235 | 5 393 |
| Kategorie 11: Nutzung verkaufter Produkte* | – | – |
| Kategorie 12: Entsorgung und Behandlung verkaufter Produkte* | – | – |
| Unidentifizierbare Emissionen** | 64 283 | 73 610 |
Bemerkung: Die vollständigen Berechnungen und Kategorieninformationen sind im Anhang des Nachhaltigkeitsberichts im PDFdokumentiert.
*Emissionen werden nur für Projekte berechnet, die im jeweiligen Jahr verkauft wurden. Wenn kein Verkauf erfolgt, wird der Wert mit 0 angegeben.
**Um mögliche Unsicherheiten auszugleichen und eine Unterschätzung zu vermeiden, werden zusätzlich 10 % auf die berechneten Emissionen aufgeschlagen.
2. Energieverbrauch
Implenia verbrauchte im Jahr 2025 insgesamt rund 392 Gigawattstunden Energie (2024: 415 GWh). Mit Abstand der wichtigste Energieträger (Endenergie) ist Diesel als Treibstoff für Maschinen und Fahrzeuge. Dahinter folgen Strom und Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl, die vorwiegend zur Erzeugung der Prozesswärme in Belagswerken eingesetzt werden.

2.1 Stromverbrauch
Implenia verfolgt das Ziel, seinen Energieverbrauch wo immer möglich zu optimieren, und bevorzugt saubere Energieträger. In sämtlichen europäischen Märkten bezieht das Unternehmen Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen oder deckt ihn durch Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien ab.
Im Jahr 2025 erreichte Implenia gruppenweit einen Anteil von 98 % zertifiziertem erneuerbarem Strom. Dieser Wert umfasst auch alle eigenen Liegenschaften und Produktionsanlagen in Europa, womit das Sub-Ziel 4.5 im Bereich CO2-Reduktion erreicht wurde.
Implenia weist die Scope-2-Emissionen neben der «standortbasierten» Methode1 auch in der «marktbasierten» Methode2 gemäss Greenhouse Gas Protocol aus. Aktuell wird die standortbasierte Methode für die Berechnung der Scope-2-Emissionen verwendet, da zur Zeit der Zieldefinition im Jahr 2020 noch keine marktbasierten Emissionen berechnet werden konnten. In Zukunft will das Unternehmen die marktbasierte Methode anwenden, die sich nicht auf durchschnittliche Emissionsfaktoren abstützt, sondern auf tatsächliche Emissionen auf der Grundlage des realen Energiemixes. In der Grafik für 2025 sind beide Werte dargestellt.
1 Standortbezogene Zahlen berechnet mit länderspezifischen Emissionsfaktoren der Internationalen Energieagentur (IEA).
2 Markbasierte Zahlen mit Einbezug von Herkunftsnachweisen und Emissionsfaktoren der Stromlieferanten soweit verfügbar.
2.2 Solarstrom
Implenia setzt nicht nur vorwiegend sauberen Strom ein – das Unternehmen nutzt auch die eigenen Liegenschaften, um selbst Elektrizität zu produzieren. So liefern Solaranlagen auf den Dächern der Schweizer Werkhöfe bei Satigny (GE), Vétroz (VS) und Schattdorf (UR) sowie im Asphaltwerk Ecublens (VD) seit Jahren grünen Strom. Auf dem Dach des Werks in Ecublens erzeugen beispielsweise 2 500 Quadratmeter Photovoltaikmodule fast eine halbe Gigawattstunde Strom pro Jahr. Auch auf der Asphaltproduktionsanlage in Satigny werden seit 2024 jährlich rund 450 Megawattstunden Solarstrom produziert.
Eine neue Möglichkeit zur Solarstromproduktion bieten die Dächer von Containern direkt auf der Baustelle. In Norwegen hat Implenia 2025 damit 346 Megawattstunden Strom produziert (mehr dazu). Auch in der Schweiz, in Schweden und in Deutschland wurden Solarpanels auf Containern installiert.
Insgesamt erzeugt Implenia mit Solaranlagen auf eigenen Liegenschaften jährlich rund 1,8 Gigawattstunden Strom. Das Ziel, bis Ende 2025 eine jährliche Produktion von drei Gigawattstunden Solarstrom zu erreichen, wurde verfehlt. Eine Ursache dafür liegt in der Tendenz, Standorte vermehrt zu mieten, statt eigene zu betreiben. So hat Implenia beispielsweise Ende 2024 den Standort in Bobenheim (DE) verkauft, womit auch der Solarertrag sank, der auf eigenen Liegenschaften produziert wurde (vgl. Grafik «Produzierter Solarstrom»). Der Solarstrom wird an den gemieteten Standorten weiterhin von Implenia konsumiert.
Neben dem Ansatz, 100 % grünen Strom zu beziehen und eigenen Solarstrom zu erzeugen, ist Implenia auch bestrebt, den Stromverbrauch laufend zu senken. Initiativen wie die digitale Steuerung der Lüftungsanlagen und Sensibilisierungskampagnen zum Stromsparen zielen darauf ab, unnötigen Stromverbrauch zu senken und die Effizienz zu steigern.

3. MOBILITÄT
Bei Implenia sind täglich Hunderte von Fahrzeugen im Einsatz: Personen-, Last- und Lieferwagen, aber auch zahlreiche Bagger, Walzen sowie andere Spezialfahrzeuge und Maschinen verbrauchen gruppenweit pro Jahr insgesamt rund 21 Millionen Liter Kraftstoff.
Bei der Beschaffung bevorzugt Implenia emissionsarme Fahrzeuge und Maschinen. In der Schweiz sowie in Deutschland und Schweden fördern interne Fahrzeug- und Leasingvorschriften gezielt den Einsatz von Elektroautos. In Deutschland sind bereits über 150 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Auch in Frankreich, Österreich und Norwegen verkehren inzwischen elektrische Liefer- und Personenfahrzeuge. Viele Bürostandorte bieten ihren Mitarbeitenden zudem E-Bikes zur Nutzung an. Zahlreiche Baustellen ohne gute ÖV-Anbindung setzen zudem auf Sammelbusse, um den Mitarbeitenden einen umweltfreundlichen Arbeitsweg zu ermöglichen.
Wincasa setzt auf elektrische Poolfahrzeuge als betriebliche Mobilitätslösung. Diese werden über die Sharing-Plattform von Urban Connect verwaltet und können von den Mitarbeitenden sowohl geschäftlich als auch privat zu attraktiven Konditionen genutzt werden.
Ein wesentlicher Faktor für einen sinnvollen Einsatz von Elektrofahrzeugen ist, wie umweltfreundlich der Ladestrom produziert wurde. Implenia Österreich hat im Zuge einer internen Analyse den Strommix sowie die CO₂-Emissionen der Fahrzeugflotte untersucht. Da der Strommix in Österreich sehr ökologisch ist, ermöglicht die Elektrifizierung der Flotte eine wirksame CO₂-Reduktion. Die Elektrofahrzeuge legen jährlich insgesamt 335 000 Kilometer zurück und sparen so rund 50 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
Nicht bloss bei Personenwagen, auch bei den schweren Baumaschinen ist die technische Entwicklung so weit fortgeschritten, dass Alternativen zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf dem Markt erhältlich sind. So betreibt Implenia in der Schweiz mehrere Hybridbagger. In Norwegen ging das Unternehmen noch einen Schritt weiter und realisierte erste Projekte mit rein elektrischen Baustellenfahrzeugen. In Deutschland setzte die ARGE aus Implenia und Hochtief auf einer grossen Tunnelbaustelle in München Europas ersten vollelektrischen Grosslader ein (mehr dazu).
Für eine U-Bahn-Baustelle in Stockholm entwickelte Implenia Schweden gemeinsam mit dem finnischen Hersteller Sandvik einen Dumper, der sich mit biologisch vollständig abbaubarem Hydrauliköl betreiben lässt. Auch der Einsatz von Biotreibstoffen zum Betrieb der Baumaschinen nimmt stetig zu. Implenia Schweden nutzt bereits heute überwiegend Biotreibstoffe für seine eigenen Maschinen.
Implenia motiviert die Mitarbeitenden mit Anreizen und Sensibilisierungsmassnahmen dazu, für Geschäftsreisen den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Mitarbeitende, die regelmässig mit der Bahn zu Terminen fahren oder auf einen Geschäftswagen verzichten, können eine Ermässigungskarte oder ein Abonnement für die öffentlichen Verkehrsmittel beantragen.
Zusammenfassend hat Implenia an vielen Standorten Mobilitätskonzepte umgesetzt, da aber noch nicht alle grösseren Standorte abgedeckt werden konnten, ist das Sub-Ziel 4.4 im Bereich CO2-Reduktion nicht vollständig erreicht.
Kreislaufwirtschaft
Um nachhaltiger zu werden, muss die Wirtschaft langfristig von linearen Produktionsketten wegkommen und Stoffkreisläufe schliessen. Konkret bedeutet dies, dass Produkte nach der Nutzung nicht vernichtet oder auf Deponien abgelagert werden. Stattdessen sollen die darin steckenden Materialien so weit wie möglich zurückgewonnen und aufbereitet werden, um als Sekundärrohstoffe erneut in den Produktionszyklus zu gelangen. Noch einen Schritt weiter geht das Konzept der «urbanen Minen»: Beim Rückbau von Gebäuden sollen ganze Komponenten entnommen und in anderen Bauprojekten wiederverwendet werden.
Implenia plant, auch in den eigenen Geschäftstätigkeiten weitere zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln und Stoffkreisläufe mit innovativen Methoden zu schliessen. Dabei soll jeder Geschäftsbereich spezifische Kreislaufprinzipien umsetzen. Implenia will ein möglichst breites Spektrum an Praktiken entwickeln und evaluieren – immer mit dem Ziel, den Materialumsatz und den Ressourcenverbrauch zu minimieren, die Lebensdauer von Baustrukturen zu verlängern sowie Baumaterialien wiederzuverwenden oder zu recyceln.
Das Unternehmen will auch bei neuen Bauvorhaben in wachsendem Umfang Sekundärrohstoffe einsetzen, die andernorts bei Abbrucharbeiten anfallen. Schon heute verarbeitet Implenia in eigenen Entwicklungsprojekten wenn immer möglich mindestens 50 % Recycling-Konstruktionsbeton aus einem Werk, das in der Nähe der Baustelle liegt.
Kies, den Implenia aus Baugruben aushebt, wird – wenn es die Verhältnisse zulassen – gleich vor Ort aufbereitet und zur Herstellung von Beton oder für Hinterfüllungen im selben Projekt genutzt. Implenia vermeidet dadurch Abfall und Transporte. Dieses Vorgehen bewährt sich insbesondere im Tunnelbau, wo das Unternehmen nach Möglichkeit ausgebrochenes Felsgestein als Ressource für die örtliche Produktion von Beton einsetzt (mehr dazu).
Überschüssiger Beton wird in etlichen Projekten von Implenia zu «modularen Betonblöcken» verarbeitet. Diese finden vielseitige Anwendung – sowohl auf den Baustellen als auch anderswo. Dieser pragmatische Ansatz der Kreislaufwirtschaft ermöglicht die vollständige Nutzung des Rohmaterials und trägt gleichzeitig zur Reduktion von Abfall bei.
1. KREISLAUFDENKEN BEIM PRODUKTDESIGN
Um Kreisläufe zu schliessen, ist es auf lange Sicht wichtig, nicht bloss den Recyclingprozess zu optimieren, sondern auch das Design der Produkte. Diese müssen so hergestellt werden, dass sich die eingesetzten Bauteile und Materialien ohne übermässigen mechanischen, energetischen oder chemischen Aufwand trennen lassen. In der Bauwirtschaft könnten beispielsweise dank mechanischer Verbindung einzelne Bauteile problemlos getrennt und wieder eingesetzt werden. Ist ein Bauteil am Lebensende angelangt, lassen sich so die Materialschichten voneinander lösen und als Sekundärrohstoffe in den Kreislauf zurückführen.
Die Division Buildings verfolgt den Ansatz des modularen Bauens verstärkt. Anstatt jedes Projekt von Grund auf neu zu entwickeln, gestaltet sie standardisierte Immobilienprodukte und sucht gezielt nach flexiblen, kosteneffizienten und ökologischen Lösungen, die über den gesamten Lebenszyklus optimiert sind. Die Produkte basieren auf vorgefertigten Elementen, bei denen Kriterien wie Zerlegbarkeit, Langlebigkeit, Flexibilität oder Wiederverwendbarkeit im Vordergrund stehen.
Ziel ist es, sowohl die Qualität als auch die Nachhaltigkeit der Bauten im Vergleich zur hergebrachten Bauweise zu steigern, Lieferzeiten zu verkürzen und Kostenunsicherheiten zu vermindern. Mit einem Online-Konfigurator kombinieren die Planenden vorgegebene Bauelemente mit Hilfe parametrischer Entwurfsmethoden und liefern der Kundschaft in kürzester Zeit einen optimierten Gebäudeentwurf (mehr dazu).
Seit Juli 2024 ist Implenia aktives Mitglied des Circular Construction Catalyst 2033 (C33). Als Teil dieses Netzwerks engagiert sich das Unternehmen für die Förderung des zirkulären Bauens in der Schweiz und trägt durch intensiven Know-how-Austausch innerhalb der Branche zur Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen bei.
Eingekaufte Waren und Dienstleistungen (Masse)
| Kategorie | Einheit | 2025 |
|---|---|---|
| Total | t | 2 979 934 |
| Beton | t | 2 393 428 |
| Spritzbeton | t | 219 982 |
| Zement | t | 27 864 |
| Stahl | t | 199 890 |
| Tübbinge | t | 51 081 |
| Asphalt | t | 21 314 |
| Bitumen | t | 65 131 |
| Holz | t | 1 244 |
| Sprengstoff | t | 15 828 |
Bemerkung: Die vollständigen Berechnungen und Kategorieninformationen sind im Anhang des Nachhaltigkeitsberichts im PDF dokumentiert.
Abfälle und Gefahrstoffe
Rund die Hälfte des gesamten europäischen Abfallaufkommens geht auf die Bauindustrie zurück, wobei der Aushub den grössten Anteil davon ausmacht. Auch bei Implenia sind Abfälle ein wesentliches Thema, insbesondere beim Rückbau von Bauwerken. Bei Neubauten entstehen ebenfalls bedeutende Abfallmengen, von denen sich der überwiegende Anteil recyceln lässt. In der Schweiz werden heute rund 70 % der Rückbaumaterialien verwertet, da sie hochwertige Sekundärrohstoffe darstellen. Der Verwertungsanteil von Aushub- und Ausbruchmaterial liegt sogar bei 75 % (Quelle: Bundesamt für Umwelt).
Mit verbesserten Prozessen und einer guten Planung vermeidet Implenia Abfälle und arbeitet daran, Bauteile und Verfahren zu etablieren, mit denen sich Materialien an ihrem Lebensende sauber trennen und wiederverwerten lassen. Auf seinen Baustellen setzt das Unternehmen ein konsequentes Abfallmanagement um und investiert erhebliche Mittel in die sortenreine Entsorgung und Wiederaufbereitung von Bauabfällen. In der Schweiz gehört dazu beispielsweise ein Mehrmuldenkonzept, das unterschiedliche Mulden für Materialfraktionen wie Restbeton, Metall, Holz und Gips vorsieht.
Zusätzlich trägt das Tochterunternehmen Building Construction Logistics GmbH (BCL) mit einer optimierten Baulogistik bei Implenia und als Dienstleister in zahlreichen externen Projekten dazu bei, Abfälle zu reduzieren und die Recyclingrate zu steigern.
Um die Abfallflüsse nachvollziehbar zu machen, hat Implenia die relevanten Abfallkategorien und Entsorgungswege in übergeordnete Gruppen zusammengefasst und in einer internen Richtlinie dokumentiert. Diese Abfallkategorien sind in der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.
Abfallaufkommen – Norwegen, Österreich, Schweden und Frankreich (Masse)
| Kategorie | Einheit | 2025 |
|---|---|---|
| Gesamtabfälle total | t | 1 175 422 |
| Gefährliche Abfälle total | t | 3 101 |
| Nicht gefährliche Abfälle total | t | 1 172 321 |
| Aushubmaterial | t | 1 143 581 |
| Abbruchbeton | t | 16 963 |
| Asphalt | t | 2 949 |
| Metalle (Metalle und Stahl) | t | 2 185 |
| Holz | t | 2 161 |
| Öle | t | 349 |
| Kunststoff | t | 337 |
| Papier und Karton | t | 80 |
| Gips | t | 8 |
| Nicht identifizierbare und sortierte Abfälle | t | 3 708 |
Bemerkung: Die vollständigen Berechnungen und Kategorieninformationen sind im Anhang des Nachhaltigkeitsberichts im PDF dokumentiert.
Abfallaufkommen Global (geschätzt) Masse
| Kategorie | Einheit | 2025 |
|---|---|---|
| Gesamtabfälle total | t | 2 802 600 |
| Gefährliche Abfälle total | t | 3 101 |
| Nicht gefährliche Abfälle total | t | 2 799 499 |
Bemerkung: Die vollständigen Berechnungen und Kategorieninformationen sind im Anhang des Nachhaltigkeitsberichts im PDF dokumentiert.
Als Entsorgungswege wurden folgende Optionen festgelegt:
- Recycling im offenen Kreislauf (Downcycling)
- Recycling im geschlossenen Kreislauf
- Wiederverwendung (Re-Use)
- Thermische Verwertung (Verbrennung)
- Kompostierung
- Deponierung
- Anaerobe Vergärung
Implenia erfasst weiterhin die Abfallmengen in folgenden Märkten: Schweden, Norwegen, Frankreich und Österreich. Für die Berichtsperiode 2025 wurden Verbesserungen vorgenommen, um die Unterschiede zwischen dem Hochbau und grossen Infrastrukturprojekten wie Tunnel- und Brückenbauten genauer abzubilden.
Zur Schätzung der global anfallenden Abfallmengen verwendet Implenia zwei unterschiedliche Kennzahlen für das Verhältnis von Abfallmenge zu Umsatz: eine für Hochbauprojekte und eine für Infrastrukturprojekte. Diese Kennzahlen basieren auf einer detaillierten Analyse ausgewählter Grossprojekte, bei denen sowohl die tatsächlich angefallenen Abfallmengen als auch die zugehörigen Umsätze präzise erhoben wurden.
Dieser Ansatz stellt sicher, dass die gemeldeten Abfallvolumen die jeweiligen Tätigkeiten und die Grössenordnung der Divisionen realistisch widerspiegeln. Während die Abfallmengen zuverlässig geschätzt werden können, bleibt die Ermittlung von Recyclingquoten auf Konzernebene herausfordernd, da entsprechende Daten aktuell nur für bestimmte Abfallarten und ausgewählte Projekte verfügbar sind. Entsprechend kann die globale Recyclingquote bisher noch nicht ausgewiesen werden, und das Sub-Ziel 5.2 im Bereich Umweltschutz konnte nur teilweise erreicht werden.
Besondere Sorgfalt erfordert der Umgang mit gefährlichen Materialien und Produkten, wie zum Beispiel Diesel, Benzin, Bitumen, Gasflaschen, Lithiumbatterien oder Spraydosen. Implenia schult seine Mitarbeitenden auf Baustellen regelmässig über die Vorschriften und die Handhabung bei der Lagerung und beim Transport von Gefahrgut und gewährleistet so die Sicherheit von Menschen und Umwelt. Auch in diesem Bereich investiert Implenia laufend in innovative Verfahren. So sammelte das Unternehmen gute Erfahrungen bei der Reduktion von Kohlenwasserstoff-Rückständen im Ausbruchmaterial. Mit Hilfe von Mikroorganismen konnte die Konzentration der schädlichen Substanzen minimiert und das Ausbruchmaterial für eine Wiederverwendung aufbereitet werden. Dadurch liess sich bereits auf mehreren Projekten eine Lagerung des Ausbruchs in einer Deponie vermeiden.
Biodiversität
Wo Immobilien und Infrastrukturen entstehen, greifen Bautätigkeit und spätere Nutzung in Lebensräume ein und beanspruchen wertvolle natürliche Flächen. Gleichzeitig ist auch der Bausektor auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Biodiversität hat daher nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Bedeutung.
Implenia richtet bei relevanten Projekten und insbesondere bei seinen Grossprojekten ein Augenmerk auf den Erhalt der Biodiversität und berücksichtigt in allen Märkten europäische sowie nationale Biodiversitätsstrategien. Das Unternehmen prüft die Ökosysteme an seinen Projektstandorten sorgfältig und ergreift wo nötig Massnahmen, um die Auswirkungen zu minimieren und die natürlichen Lebensräume zu schützen. Spezielle Aufmerksamkeit gilt dabei den Arten, die auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als bedroht, gefährdet oder stark gefährdet aufgeführt sind.
In Norwegen wurden beispielsweise beim Projekt E39 Lyngdal vor dem Abtragen des Bodens Samen lokaler Blumen gesammelt, um diese nach Projektabschluss auf dem wieder aufgetragenen Mutterboden auszubringen. Ausserdem wurden Passagen für Wildtiere geschaffen und invasive gebietsfremde Pflanzen entfernt. Bei der Baustelle für den Entwässerungsstollen Ingenbohl beim Bau der neuen Axenstrasse in der Zentralschweiz legte Implenia in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft ein Biotop mit einem sicheren Zugangspfad für Kleintiere an.
Bei einem anderen Projekt, der Arealentwicklung Green Village in Genf, werden rund 30 % der Fläche Pflanzen und Tieren vorbehalten. Die Parkanlage umfasst Feuchtgebiete, waldähnliche Flächen, Brachen, Wiesen und Gehölze. Auch sollen Blüten- und Obstbäume gepflanzt werden, um die Nahrungsgrundlage für bestäubende Insekten wie Bienen und andere Tierarten zu verbessern (mehr dazu).
Implenia sensibilisiert auch seine Mitarbeitenden aktiv für dieses Thema: Seit 2024 bietet die interne Weiterbildungsplattform Sustainability Academy ein spezielles Modul zum Thema Biodiversität an.
Wasserverbrauch
Wasser ist auf Baustellen ebenso wichtig wie die festen Baumaterialien. Es wird in grossen Mengen benötigt, etwa für Bohrungen, zum Anmischen von Beton, Mörtel oder Gips, für die Reinigung und die Befeuchtung von Bauteilen sowie für sanitäre Anlagen. Der sorgsame Umgang mit Wasser gewinnt in der Baubranche zunehmend an Bedeutung.
Implenia arbeitet mit zahlreichen Massnahmen daran, seinen Wasserverbrauch zu reduzieren. Dazu zählen auch die Aufbereitung und die Wiederverwendung von Abwasser direkt auf der Baustelle.
Auch infiltrierendes Grundwasser sowie Regen- und Oberflächenwasser muss oft behandelt werden, bevor es in den natürlichen Wasserkreislauf oder in die Kanalisation ausserhalb der Baustelle zurückgeleitet werden kann.
In Frankreich und Schweden misst Implenia seit einigen Jahren den Wasserverbrauch auf allen Baustellen. 2024 wurden in Frankreich rund 115 000 Kubikmeter Wasser verbraucht. In Schweden lag der Verbrauch im selben Jahr bei etwa 4 000 Kubikmetern. Seit 2024 wird der Wasserverbrauch auch in Österreich erfasst. Bei den ersten zwei Projekten wurde ein Gesamtverbrauch von knapp 6 000 Kubikmeter registriert.
Implenia arbeitet daran, die Berichterstattung schrittweise auf weitere Länder auszuweiten. Der Indikator ist so ausgestaltet, dass er nicht bloss die Verbrauchswerte dokumentiert, sondern auch wertvolle Hinweise liefert, wo und wie Wasser eingespart oder wiederverwendet werden kann.
Parallel dazu setzt das Unternehmen bereits heute an vielen Standorten Massnahmen für einen sparsameren Umgang mit Wasser um. So hat beispielsweise der Werkhof Voerde (Nordrhein-Westfalen) ein Pilotprojekt zur Einsparung von Frischwasser gestartet. Hierbei wird die Hochdruckreinigung von Baugeräten, Maschinen und Bohrwerkzeugen mit Regenwasser durchgeführt.
Umweltmanagement
Implenia betreibt ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagement. Ende 2025 waren 65 % der Unternehmenseinheiten nach diesem Standard zertifiziert. Jede Division verfügt über mehrere Spezialistinnen und Spezialisten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die die Projektleitungen bei der Umsetzung von Umweltmassnahmen auf den Baustellen sowie bei der Meldung von Umweltvorfällen unterstützen. Ziel ist es, die Energieeffizienz zu steigern und die Ressourcennutzung zu optimieren. Dazu werden Bauprozesse verbessert, die Kreislaufwirtschaft wird gefördert und das interne Abfallmanagement optimiert.
1. UMWELTSTANDARD UND UMWELTKONZEPT
Für sämtliche Geschäftsbereiche von Implenia gilt ein interner Umweltstandard. Dieser enthält gruppenweite Minimalanforderungen in Bezug auf Abfallentsorgung, Bodenschutz, Behandlung von Wasser, Lärmverminderung, Luftreinhaltung und Energieverbrauch. Diese Vorgaben – auf einem Infoblatt übersichtlich zusammengestellt – müssen die Projektteams auf allen Baustellen einhalten.
Zusätzlich zum Umweltstandard setzt Implenia im Hoch- und Infrastrukturbau projektspezifische Umweltkonzepte um, insbesondere im Rahmen von grossen Bauvorhaben. Diese Konzepte regeln die Organisation der Baustellen und geben umfassende Umwelt- oder Nachhaltigkeitsanforderungen vor.
Bei Hochbauten erhalten die Projektverantwortlichen ein Handbuch als Arbeitsgrundlage, das ihnen die Hintergrundinformationen vermittelt, um Umweltrisiken richtig einzuschätzen und frühzeitig Vorsorgemassnahmen zu treffen.
Checklisten helfen den Projektteams, Energieverbrauch und Lärmbelastungen zu überwachen und Massnahmen zur Reduktion festzulegen, die Entsorgung zu optimieren und Auswirkungen auf Luft, Boden und Gewässer zu vermindern. Damit lassen sich die gesetzlichen Bestimmungen, aber auch weitergehende Anforderungen seitens Bauherrschaft oder aufgrund einer angestrebten Umweltzertifizierung einfacher einhalten.
2. RICHTLINIE «ÖKOLOGISCHE BAUSTELLE»
Die Richtlinie «Ökologische Baustelle» definiert die zentralen Schwerpunkte für eine ökologische Baustellenführung in der Angebots-, Arbeitsvorbereitungs- und Ausführungsphase. Sie dient zudem als Hilfsmittel, um potenzielle Massnahmen zu evaluieren. Im Fokus stehen fünf Themenbereiche: Umweltschutz, Materialisierung, Energie, Baulogistik und Kreislaufwirtschaft. Für jeden Bereich wurden Leitprinzipien formuliert, die aufzeigen, wie diese durch konkrete Massnahmen auf den Baustellen umgesetzt werden können. Ergänzend dazu können in Abstimmung mit Kunden oder Projektträgern darüber hinausgehende Massnahmen vereinbart werden, um projektspezifische Vorgaben zu erreichen.
3. SENSIBILISIERUNG DER MITARBEITENDEN
Implenia informiert und schult die Mitarbeitenden regelmässig zu Umweltthemen – im Wissen darum, dass dies den Energie- und Ressourcenverbrauch positiv beeinflussen kann. Jährlich finden in der Schweiz drei Sensibilisierungsaktionen auf Baustellen statt, die wesentliche Umweltthemen wie Bodenschutz, Wasseraufbereitung, Luftverschmutzung, Lärmreduktion, Abfallentsorgung oder CO₂-Emissionen vertiefen. Die Sensibilisierungsaktionen umfassen Massnahmen auf verschiedenen Ebenen: Das Baustellenpersonal erhält jeweils eine kurze Schulung, und ein mehrsprachiges Informationsplakat wird während mehrerer Wochen an gut sichtbaren Orten auf den Baustellen ausgehängt. Projektleitende werden zusätzlich geschult und erhalten ausführliche Unterlagen.
In der Division Civil Engineering werden Umweltschulungen zudem in weiteren europäischen Märkten durchgeführt. Darüber hinaus werden solche Themen seit 2023 im Rahmen von zwei E-Learning-Modulen geschult (siehe Sustainability Academy). In Deutschland halten Nachhaltigkeitsexperten bei Implenia regelmässig Vorträge mit offenen Fragerunden, um das Wissen zu den Nachhaltigkeitszielen bei den Kolleginnen und Kollegen weiter zu vertiefen.
Auch Mitarbeitende im Büro werden regelmässig sensibilisiert. Die Nachhaltigkeitskommunikation informiert mindestens einmal pro Monat im Intranet oder auf den digitalen Screens in den Gebäuden und zusätzlich in einem halbjährlichen Newsletter.
4. RAPPORTIERUNG VON UMWELTVORFÄLLEN
Auf einer Baustelle kann viel passieren: Diesel oder Hydrauliköl kann aufgrund eines Missgeschicks oder eines Unfalls in den Boden oder in Gewässer gelangen, benachbarte Verkehrswege werden verschmutzt oder ein geschützter Baum wird verletzt. Es ist das Ziel von Implenia, solche Vorfälle mit vorsorglichen Massnahmen möglichst zu vermeiden. Lassen sie sich dennoch nicht verhindern, ist eine rasche Erfassung, Meldung und Bearbeitung entscheidend, um Umweltauswirkungen zu begrenzen.
2020 führte die Gruppe ein einheitlich strukturiertes System für alle Länder und Divisionen ein, mit dem sämtliche Ereignisarten auf Baustellen untersucht werden. Umweltvorfälle werden dabei als gesonderte Kategorie erfasst. Nach einem Vorfall führen die Verantwortlichen, in der Regel unter Einbezug der oder des Sicherheitsbeauftragten, eine Ursachenanalyse durch. Danach werden nötigenfalls Massnahmen ergriffen und deren Wirksamkeit wird kontrolliert.
Im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Gruppe wurde die konsequente Rapportierung von ernsten Vorfällen bis Ende 2025 in allen Ländern und Geschäftsbereichen etabliert. Sensibilisierungsmassnahmen werden indes weiterhin umgesetzt. Zum Beispiel ermutigen Erklärvideos die Mitarbeitenden, jegliche Umweltvorfälle – ungeachtet ihrer Tragweite – zu melden.
Im Jahr 2025 wurden gruppenweit 144 (2024: 265) Umweltvorfälle gemeldet. Darunter befand sich ein Vorfall mit potenziell schwerwiegenden Folgen: Auf einer Baustelle an einem Seeufer brach der Untergrund weg, sodass ein Kompressor und ein Bagger ins Wasser rutschten. Implenia meldete den Vorfall umgehend den Behörden. Die Feuerwehr brachte rasch eine Ölsperre an, die Geräte konnten nach wenigen Tagen geborgen werden, und Personen kamen nicht zu Schaden. Da lediglich geringe Mengen an Öl und Treibstoff austraten, wurde der Vorfall letztlich als begrenzter Umweltschaden eingestuft.
Projektspezifische CO₂-Reduktion
Proaktive Klimaschutzmassnahmen senken CO₂-Emissionen







